POLITIK
22/02/2018 09:01 CET

"Maischberger": Journalist geißelt "ausgezehrte Parteien" – SPD-Politikerin wütet

"Totaler Quatsch."

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  • Bei “Maischberger” ergießt sich am Mittwochabend eine Kakophonie des Streits über die Zuschauer
  • Irgendwann darf der Journalist Hans-Ulrich Jörges Bilanz ziehen – und bringt damit die SPD-Politikern Katarina Barley in Rage

Es ist schrecklich mit anzusehen. Und vor allem: Mit anzuhören. 

Bei “Maischberger” wird am Mittwochabend mehr durcheinander als miteinander geredet.

Lange dreht sich alles im Kreis: Katarina Barley von der SPD und Monika Grütters von der CDU versuchen, die GroKo zu verteidigen. Wolfgang Kubicki (FDP) und Hans-Ulrich Jörges (“Stern”) attackieren sie – und die Juso-Politikerin Annika Klose sowie die konservative Publizistin Birgit Kelle ordnen sich irgendwo zwischen den Lagern ein. 

Moderatorin Maischberger kriegt die Sendung einfach nicht in den Griff. Nach 60 Minuten Talk-Tortur zieht dann der aggressiv auftretende “Stern”-Journalist Jörges eine Zwischenbilanz – und sorgt für Empörung bei Arbeitsministerin Barley. 

Barley zu Jörges: “Totaler Quatsch!”

“Das wird eine lustige Große Koalition”, sagt Jörges. Er meint damit natürlich, dass sie nicht lustig wird. 

Es sei doch klar zu sehen, dass diese Koalition, die eine stabile Regierung bilden wolle, in beiden Lagern höchst umstritten sei. Ja, die einzelnen Lager seien ja selbst untereinander zerstritten, klagt Jörges und zeigt auf die SPD-Politikerinnen Barley und Klose. 

Mehr zum Thema: Ob Neuwahlen oder Große Koalition – auf Deutschland kommt ein riesiges Problem zu

Die versuchen sich zu wehren. “Wir sind nicht zerstritten, wir debattieren”, sagt Klose. Barley fällt ihr ins Wort: “Wir haben die gleichen Ziele.” 

► Jörges beeindruckt das nicht. 

“Erklären mir Sie mir doch keine Schulweisheiten”, mansplained er in Richtung der Sozialdemokratinnen. “Es gibt keine Verständigung innerhalb der Partei mehr, wofür die SPD überhaupt steht.”

Da reicht es Barley dann. “Das ist doch totaler Quatsch!”, platzt es aus ihr heraus. Aber Jörges ist noch nicht fertig. 

Jörges und die “ausgezehrten” Parteien

Er referiert über den Wahlkampf. Die CDU habe ja gar keinen gemacht, sondern nur die Macht der Kanzlerin erhalten. Im Koalitionsvertrag sei deshalb der einzige CDU-Erfolg, dass keine Steuererhöhungen drin stünden. 

► Dann richtet Jörges über die Union und die SPD: “Die sind beide völlig innerlich ausgezehrt. Und in diesem Zustand umarmen sie sich und wollen Deutschland weitere vier Jahre führen.” 

Barley schafft es noch dagegenzuhalten, dass ja 70 Prozent des Koalitionsvertrages SPD-Inhalte seien. Da könne die SPD also gar nicht inhaltsleer sein. 

“Alles Schröder-Reperaturen”, poltert Jörges dazwischen. “Nein”, ruft Barley. “Doch”, ruft Jörges laut.

Dann bricht wieder Chaos aus. 

(mf)