POLITIK
17/05/2018 06:12 CEST | Aktualisiert 17/05/2018 12:01 CEST

"Maischberger": Lafontaine glaubt an einen Iran-Angriff der USA

Ist die Bundesrepublik nicht eigenständig?

  • Bei “Maischberger” hat Linken-Politiker Lafontaine den USA Kriegstreiberei vorgeworfen.
  • Das Land wolle die Welt unterwerfen – auch Deutschland?
  • Im Video oben: Twitter-Drohungen an Putin und Kim – Trumps Ausfälle erinnern an “Madman-Theorie”

US-Präsident Donald Trump rennt weiter mit dem Vorschlaghammer durch die Weltpolitik.

Die Kündigung des Iran-Abkommens, die der Republikaner zuletzt bekannt gab, stellt vielleicht den bislang folgenreichsten Hieb des impulsiven Machthabers im Weißen Haus dar.

Talkmasterin Sandra Maischberger fragte deshalb in ihrer Runde am Mittwochabend: “Stürzt Trump die Welt ins Chaos?“

Die Gäste:

► Oskar Lafontaine (Linke-Politiker)
► Jürgen Hardt (CDU-Außenpolitiker)
► Alan Posener (“Welt”-Journalist)
► Sabrina Fritz (ARD-Journalistin)
► Antonia Rados (RTL-Korrespondentin)

“Welt“-Journalist Alan Posener begann die erste bemerkenswerte Trump-Abrechnung des Abends. “Dieser Mann ist schrecklich“, polterte der britisch-deutsche Journalist. Dennoch sei Trumps Politikstil auch eine Chance, denn die Diplomatie des Vorgängers Barack Obama sei immerhin kaum erfolgreich gewesen.

Mehr zum Thema: Trump will einen neuen Iran-Deal verhandeln – mit strikteren Konditionen

“Vielleicht brauchen wir jemanden, der nicht Hamlet ist, der sich nicht ständig hinterfragt“, überlegte Posener und verlor sich in einem etwas diffusen Shakespeare-Monolog.

Lafontaine spricht von “Lügengerede” und Kriegstreiberei

Weniger differenziert blickte Linke-Politiker Oskar Lafontaine auf die Lage in Washington. Maischberger machte mit einem Einspiel-Film deutlich, warum sie gerade den Alt-Linken in ihre Talkrunde geladen hatte.

► Sie zeigte einen Facebook-Post Lafontaines über den neuen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Darin schrieb Lafontaine, dieser sei “ein enger Vertrauter Donald Trumps“ und ein “Lümmel“. Wenn der deutsche Außenminister Heiko Maas (SPD) “Arsch in der Hose“ hätte, würde er Grenell einbestellen und ihm klarmachen, “dass Deutschland keine US-Kolonie ist“.

Starker Tobak, den Lafontaine in der Sendung noch etwas fester stopfen wollte.

Die USA, so seine Meinung, würden nach der Weltherrschaft streben. Lafontaine polterte: “Deshalb haben sie als einziges Land 800 bis 1000 Militärstationen in der ganzen Welt! Das ganze Gerede über die friedensliebende Nation ist ein völliges Lügengerede!“

Er glaubt an einen Angriff der USA auf den Iran – “zur Not auch mit Israel”.

ARD
CDU-Politiker Hardt und Linken-Mann Lafontaine.

Posener und Hardt halten dagegen

► Der Saarländer war der Meinung: “Diese ganzen Kriege da sind Öl- und Gaskriege”. Dabei sparte er aus, dass es beim zuletzt blutigsten Konflikt, dem Syrienkrieg nicht um erhebliche Ölvorkommen geht. Die Reserven des Landes machen einen Bruchteil dessen wichtiger Ölstaaten aus.

Dennoch pochte Lafontaine auf seine Theorie der Imperialmacht USA: “Das sind keine Verschwörungstheorien. Das ist offenkundig.”

CDU-Politiker Jürgen Hardt nahm dem Linken den Wind aus den Segeln: “Die Amerikaner werden bald mehr Öl und Gas produzieren, als sie überhaupt brauchen.” Das Ende des Iran-Deals sei keine Folge einer derartigen Gier.

Auch Posener konnte Lafontaine nicht folgen: Das Problem sei “die Atombombe des Iran” und nicht dessen Ölvorkommen. Das sähen auch andere arabische Staaten so – und Israel, wie CDU-Mann Hardt ergänzte.

“Wir sind halt nicht alle so blöd”

Doch Lafontaine ging es ohnehin nicht um eine Kritik des US-Präsidenten Trump, sondern um das gewohnte Russland-USA-Spiel der Linken.

Als Maischberger ihre Gäste darauf ansprach, dass die Deutschen Trump mehr fürchten würden als den russischen Präsidenten Wladimir Putin, gab sich der Politiker zufrieden. “Wir sind halt nicht alle so blöd”, sagte Lafontaine.

Der ließ sich auch von Posener nicht umstimmen, der auf ein tatsächlich offenkundiges Faktum hinwies: “Auch in der Ukraine ist Krieg.” 

Ein Krieg Wladimir Putins.

(mf)