POLITIK
22/03/2018 07:38 CET | Aktualisiert 22/03/2018 16:30 CET

"Maischberger" zu Putin: Journalistin ätzt gegen die Moderatorin

Die Putinversteherin Gabriele Krone-Schmalz ging mit scharfen Worten auf die Gastgeberin los.

  • Bei “Maischberger” in der ARD geht es am Mittwochabend um  Wladimir Putin und Donald Trump 
  • Als der russische Präsident von allen Seiten attackiert wird, geht die ehemalige ARD-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz plötzlich auf die Moderatorin los
  • Im Video oben: Halbnackte Propaganda – Putin lässt beim Angeln seine Muskeln spielen

Es ist eine selten unsinnige Frage, die Sandra Maischberger am Mittwochabend ihren Gästen in der ARD stellt: “Trump oder Putin: Vor wem müssen wir mehr Angst haben?” 

Der Präsidenten-Vergleich: 

► Wladimir Putin wird gerade von den USA, der EU und Großbritannien beschuldigt, in England einen Ex-Agenten, dessen Tochter und 500 weitere Bürger vergiftet zu haben. Er hat den Ukrainekrieg vom Zaun gebrochen, die Wahlen in den USA manipuliert und unterdrückt in Russland als Diktator sein Volk.

► Donald Trump wurde in den USA gewählt – und das im Gegensatz zu Putin in freien Wahlen. Er zerstört dort zunehmend das politische System, dennoch bleiben die Vereinigten Staaten ein Rechtsstaat und eine Demokratie. Trump mag mit seiner “America First”-Doktrin eine wirtschaftliche Gefahr für die Welt sein, einen Krieg hat aber (noch) nicht vom Zaun gebrochen. 

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Angesichts dieser Faktenlage ist es dann auch kein Wunder, dass es bei “Maischberger” fast ausschließlich um den machtbesessenen und gefährlichen russischen Autokraten Putin geht, und nicht um den ruhmsüchtigen und inkompetenten US-Präsidenten. 

Leider sitzt jedoch auch die ehemalige ARD-Russlandkorrespondentin Gabriele Krone-Schmalz in der Sendung. Sie ist eine der tüchtigsten Putin-Apologetinnen der Bundesrepublik. Für sie ist an jedem Verbrechen des russischen Präsidenten der Westen schuld. 

Wer das am Mittwochabend bei “Maischberger” anders sieht, wird von Krone-Schmalz abschätzig niedergemacht. Es entsteht eine hitzige Sendung – in der Krone-Schmalz schließlich mit pampigen Worten auf Moderatorin Maischberger losgeht. 

Die Gäste bei “Maischberger”

► Gabriele Krone-Schmalz, Leiterin des “Petersburger Dialogs” zwischen Wladimir Putin und seinem Chef-Lobbyisten Gerhard Schröder

► Sahra Wagenknecht, Linke-Fraktionschefin und Putinversteherin

► Elmar Brok, CDU-Außenpolitiker und Russland-Kritiker

► Udo Lielischkies, ARD-Studioleiter in Moskau 

► Anthony Glees, britischer Geheimdienstexperte 

► Anja Kohl, ARD-Börsenexpertin

ARD-Journalist zu Krone-Schmalz: “Bitte, jetzt mal Luft anhalten”

Krone-Schmalz’ Mantra in der Sendung: Der Westen muss den Dialog mit Putin suchen, denn dort, wo er es nicht macht, wird der Frieden gefährdet.

So wie in der Ukraine, in die Putin einmarschiert ist: “Hätten wir da vorher mit Putin geredet, hätten wir uns die ganze Sache sparen können”, sagt die Journalistin allen Ernstes. Das Empfinden für die Zerbrechlichkeit von Frieden verschwinde, sagt Krone-Schmalz.

Zur Weigerung des Westens, auf Putin zuzugehen, tönt sie noch: “Wir steuern auf eine Kriegsgefahr zu.”  

Dem Leiter des ARD-Studios in Moskau, Udo Lielischkies, platzt an dieser Stelle der Kragen. Schon zuvor in der Sendung hat er die Meinungen seiner Sitznachbarin als “merkwürdig” bezeichnet. Jetzt wird er deutlich: “Sie bauen Ihre Mythen so schnell auf, dass man gar nicht hinterherkommt.” 

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Sofort will ihn Krone-Schmalz unterbrechen. Doch Lielischkies würgt sie sofort ab: “Bitte, jetzt auch mal Luft anhalten.” Selbst Putinfreund Viktor Janukowitsch, der Ex-Präsident der Ukrainer, habe im Osten seines Landes für ein Assoziierungsabkommen mit der EU geworben. Irgendwann habe Putin sich dann doch daran gestört – und die Krim einfach übernommen. 

Wieder will Krone-Schmalz dazwischengehen, um das EU-Assoziationsabkommen gehe es doch in der Ukraine gar nicht, sondern um die Nato-Erweiterung. Sofort übertönt Lielischkies sie wieder und auf einmal poltert auch der CDU-Politiker Elmar Brok ins Gespräch, die Nato-Erweiterung sei 2008 doch abgelehnt worden.

Die Diskussion versinkt anschließend im Chaos – bis sich Krone-Schmalz verzweifelt-genervt an Moderatorin Maischberger wendet: “Frau Maischberger, jetzt walten Sie doch mal Ihres Amtes!”

Krone-Schmalz ätzt gegen Maischberger: “Sie haben schon wieder geatmet” 

Das tut Maischberger auch. Die Moderatorin macht klar: In ihrer Sendung sei jetzt keine Zeit, die komplette Geschichte des Kalten Krieges aufzuarbeiten, sie wolle lieber über die Gegenwart sprechen. 

Das beruhigt den Tumult unter den Gästen, doch Journalistin Krone-Schmalz gefällt Maischberges Einwurf sichtlich nicht – schließlich kann sie ohne ihr krudes Geschichtsbild nicht effektiv Putins Schandtaten leugnen. Die Putinversteherin hat Maischberger nun auf dem Kieker

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Zumal diese Krone-Schmalz zuvor schon die abstruse Argumentation versagt hat, dass Russland in Putins erster Amtszeit ja Angebote an den Westen gemacht habe und nun nicht anders könne, als auf Konfrontationskurs zu gehen. 

“Und das rechtfertigt dann alles, was Putin heute tut?”, hat Maischberger da nachgehakt. Für Krone-Schmalz offenbar ein Affront. “Wollen Sie Zoff oder wollen Sie Diskussion?”, ätzte sie die Moderatorin an. 

Zum Ende der Sendung ist die ehemalige ARD-Korrespondentin dann vollkommen auf Krawall gebürstet. Sie nörgelt, die Beziehungen der EU zu Russland seien zerrüttet, “seit wir es zugelassen haben, dass die neuen Mitglieder, die Polen und die baltischen Staaten, das Sagen in der Außenpolitik gegenüber Russland übernommen haben”. 

Mal eben macht sie also die berechtigte Angst vor dem Großmachtsfantasierer Putin in den ehemaligen Sowjetstaaten zu einer unfairen Attacke auf den russischen Präsidenten.

Die Reaktionen der anderen “Maischberger”-Gäste sind dementsprechend empört: “Nonsens”, brüllt Brok, “völliger Unfug”, wirft Lielischkies ein und der britische Geheimdiensexperte Anthony Glees kann es nicht fassen: “Unglaublich!”

Krone-Schmalz will trotzdem ihre Putin-Litanei weiter runterbeten. Maischberger lässt das leider zu – und wird trotzdem noch einmal angepöbelt. “Sie haben schon wieder geatmet”, herrscht Krone-Schmalz die Moderatorin an. 

Eine eiskalte Abfuhr. Sie hätte auch von Putin höchstpersönlich kommen können. 

(sk)