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08/03/2018 15:39 CET | Aktualisiert 08/03/2018 17:32 CET

Gladbeck-Geisel macht ARD schwere Vorwürfe – so reagiert der Sender

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► Am Mittwoch hat Johnny Bastiampillai, eines der Opfer im Geiseldrama von Gladbeck, in der Talkshow “Maischberger” der ARD schwere Vorwürfe gemacht:

Der ARD-Zweiteiler über den Fall von 1988 sei eine Huldigung der Täter. Vor allem hält Bastiampillai es für fragwürdig, dass der Film nicht zum Jahrestag, sondern zur Freilassung von Geiselnehmer Dieter Degowski erschienen sei.

► Der Sender weist den Vorwurf zurück. “Eine Huldigung für einen der Geiselnehmer vermögen wir in unserem Zweiteiler beim besten Willen nicht zu erkennen. Dass Herr Degowski vor wenigen Wochen aus der Haft entlassen wurde, war bei der Programmierung des Films, die vor vielen Monaten gemacht wurde, nicht bekannt”, erklärt die ARD auf Anfrage von “Focus Online”.

Darum ist der Vorwurf von Bastiampilla bemerkenswert:

Die Medien haben bei dem Geiseldrama mit drei Todesopfern eine unrühmliche Rolle gespielt. Journalisten interviewten die Täter, hetzten dem Fluchtauto hinterher und boten den Tätern insgesamt eine Bühne, um sich zu inszenieren.

► Für Bastiampillai, der damals sieben Jahre alt war, als er als Geisel genommen wurde, ist die Sensationslust der Medien noch nicht vorbei.

Was ihr noch über die “Maischberger”-Sendung wissen müsst: 

Bei “Maischberger” waren auch zwei Journalisten anwesend, die damals über die Geiselnahme berichteten:  Ulrich Kienzle, damals Chefredakteur von Radio Bremen, und Manfred Protze, damals dpa-Reporter. 

Kienzle verteidigte die damalige Berichterstattung – und zog die Kritik der anderen Gäste auf sich. 

(mf)