POLITIK
01/03/2018 07:54 CET | Aktualisiert 01/03/2018 15:45 CET

"Maischberger": Das steckt hinter von Storchs Wut auf ARD und ZDF

Es geht ihr eben nicht nur um das liebe Geld.

  • “Wozu brauchen wir noch ARD und ZDF?”, fragt Sandra Maischberger in ihrer Sendung am Mittwochabend
  • “Staatsfunk”-Theoretikerin Beatrix von Storch offenbart mit ihren Antworten, was wirklich hinter der Abscheu der AfD gegen die Öffentlich-Rechtlichen steckt
  • Im Video oben seht ihr die relevanten Ausschnitte aus der Sendung  

Die Alternative für Deutschland ist eine ganz normale und junge Partei, behauptet Beatrix von Storch am Mittwochabend im ZDF in der Talkshow “Maischberger”.

 Tatsächlich hetzen Politiker der AfD gegen Ausländer, Flüchtlinge, Muslime und Juden. Sie verdrehen Fakten und verbreiteten Unwahrheiten, um diese Hetze zu rechtfertigen. 

Kurz gesagt: Die Alternative für Deutschland ist rechtspopulistisch und in weiten Teilen auch rechtsradikal.

All das ist für Beatrix von Storch offenbar normal. Ebenso wie die ständigen Attacken auf die Öffentlich-Rechtlichen – im rechten AfD-Jargon “Staatsfunk” geschimpft. Solche Attacken fährt von Storch auch am Mittwochabend bei “Maischberger”. 

Ihr Hauptargument: die “Zwangsgebühr”, die ARD und ZDF dem Volk aufbürden würden. Doch während der Sendung zeigt sich, woher die Abscheu ihrer Partei gegen die Öffentlich-Rechtlichen wirklich kommt. 

Von Storch über “Eurohasser” und “Rechtspopulisten”

Denn je öfter Beatrix von Storch bei “Maischberger” zu Wort kommt, desto mehr wird klar: Eigentlich will sie von den Öffentlich-Rechtlichen nur geliebt werden. 

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Denn die, bemängelt die AfD-Politikerin, betrieben ja nur Desinformation und Propaganda. “Es wird nicht objektiv informiert”, sagt von Storch. Woher sie das weiß, ist unklar – schließlich gibt sie auch zu, die “Tagesschau” nie zu gucken. 

Sie holt weiter aus. Die Grenzen zwischen Politik und Öffentlich-Rechtlichen erschienen oft fließend, “man hat den Eindruck, das sind Regierungssprecher, die da wirken.” 

Das klingt nach einem Vorwurf der Gehirnwäsche – und wenig später wird klar, was die AfD-Politikerin damit eigentlich meint. 

Ihre Partei sei bei den Öffentlich-Rechtlichen doch immer die der “Eurohasser” und “Rechtspopulisten”. “Es wird immer ein Framing verwendet, damit die Leute bitte denken, was die Leute denken sollen”, klagt von Storch. 

“Sie müssen neutral sein”, hält die AfD-Frau dann ARD-Intendant Tom Buhrow vor. Eigentlich eine berechtigte Anmerkung. Doch aus von Storchs Mund ist es ein entlarvender Satz.  

Die AfD: Wenn Rassisten nicht Rassisten genannt werden wollen

Denn neutral, das bedeutet für von Storch augenscheinlich: ARD und ZDF sollen den rechten Kern ihrer Partei und die Hetze der AfD ignorieren und so tun, als seien die Rechtspopulisten nichts anderes als wohlwollende Konservative. 

“Denkmal der Schande”, “Deutschland den Deutschen”, die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz “in Anatolien entsorgen”, Boris Beckers Sohn als “Halbneger” und die Türkische Gemeinde als “Kameltreiber” beschimpfen, Merkel das “Fleisch vom Kadaver reißen”, einem deutschen Journalisten die Staatsbürgerschaft aberkennen zu wollen: Für Beatrix von Storch ist das offensichtlich alles nicht der öffentlich-rechtlichen Rede Wert. 

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Es ist eine absurde Forderung: Die AfD will rassistisch sein dürfen, aber nicht rassistisch genannt werden. Und dabei sind der Partei die Öffentlich-Rechtlichen im Weg. 

ARD-Intendant Tom Buhrow wirft von Storch im Verlauf der Sendung dann auch vor: “Sie wollen uns schwach, sie wollen uns weg. Wir stören Sie.”

Das trifft es. Auch, wenn von Storchs bloße Anwesenheit im Studio der ARD diese Analyse fast ab adsurdum führt. Schließlich scheint es der AfD-Politikerin bei den Öffentlich-Rechtlichen eigentlich super zu gefallen – zumindest, wenn es nach diesem außerhalb der Sendezeit aufgenommenen Foto geht: 

WDR/Max Kohr