ELTERN
23/08/2018 16:13 CEST | Aktualisiert 23/08/2018 16:28 CEST

Mädchen verbrennt Hälfte ihrer Haut – Mutter warnt vor "Fire Challenge"

"Keine Mutter sollte das durchmachen, was ich selbst erlebt habe."

Sunnybeach via Getty Images
Die Mutter der zwölfjährigen zieht in Erwägung, YouTube zu verklagen. (Symbolbild)
  • Die zwölfjährige Timiyah Landers aus dem US-Bundesstaat Michigan setzte sich selbst in Brand, weil sie an der “Fire Challenge” teilnehmen wollte.
  • Jetzt warnt ihre Mutter vor dem gefährlichen Social-Media-Trend.

Sucht man im Internet den Begriff “Fire Challenge”, erscheinen erschreckende Bilder von Brandopfern, mehrere Nachrichtenbeiträge und ein Wikipedia-Eintrag. 

“Die Fire Challenge (deutsch: Feuerherausforderung) ist eine Aktion, bei der man seinen Körper mit einer brennbaren Flüssigkeit einreibt, um diese dann zu entzünden”, heißt es in der Enzyklopädie. Dabei werden Videos gemacht, um diese auf Social-Media-Kanälen, wie YouTube oder Instagram, zu teilen. 

Dass es sich bei diesem Eintrag nicht um einen Scherz handelt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus den USA. Die zwölfjährige Timiyah Landers aus Detroit nahm an der “Fire Challenge” teil und verbannte 50 Prozent ihrer Haut.

Und dass es überhaupt einen eigenen Eintrag gibt, zeigt auch, dass es sich um ein vielleicht noch unterschätztes Social-Media-Phänomen handelt. So sieht es zumindest die Mutter der Zwölfjährigen, die jetzt Eltern warnen möchte. 

Von Kopf bis zu den Knien in Flammen

Wie es dazu kommen konnte, dass Landers mittlerweile im Krankenhaus liegt, künstlich ernährt wird und noch mehrere Operationen durchstehen muss, kann sich ihre Mutter, Brandi Owens, nur aus einzelnen Burchteilen zusammensetzen. 

Ihre Tochter sei gemeinsam mit zwei Freundinnen gewesen, als Owens ein lautes “Plopp-Geräusch” im Hausgang gehört habe, erklärte die 35-Jährige dem Nachrichtenportal “BBC”. 

Die 12-jährige Landers muss sich laut Bericht zuvor Alkohol auf den Arm gerieben und diesen dann entweder selbst angezündet haben oder sich von ihren Freundinnen in Brand setzen lassen.

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Das ganze sei im Rahmen der “Fire Challenge” passiert. Und das Ziel der Mädchen sei gewesen, dass alle auf einem Social-Media-Kanal posten, wie sie in Flammen stehen. 

Die Mutter sei sofort in den Gang gerannt und habe gesehen, wie ihr Mädchen von den Knien bis zum Kopf in Flammen stand. “Ich wurde hysterisch”, erklärte Owens dem Nachrichtenportal. Sie habe versucht, ihrer Tochter die Kleidung vom Körper zu reißen. Der Partner der Mutter habe währenddessen die Dusche angemacht und die 12-Jährige schließlich unter das laufende Wasser gezogen. 

“Wir sind danach sofort in ein Kinderkrankenhaus gefahren und meine Tochter versuchte mich zu beruhigen – obwohl sie diejenige war, die brannte”, sagte Owens weiter. Ihre Tochter habe geweint, habe sich bei ihr entschuldigen wollen. 

“Haltet eure Kinder von YouTube fern”

Mittlerweile geht es der Zwölfjährigen den Umständen entsprechend gut. Owens Ärzte hätten der Mutter auch versichert, dass sich ihre Tochter nach einigen Monaten wieder vollständig erholen und ihr altes Aussehen zurückerlangen würde. 

Glück im Unglück – darauf will es die Mutter jedoch nicht beruhen lassen. Sie will YouTube verklagen, denn auf dieser Platform hätten die Mädchen Videos der “Fire Challenge” gefunden und deshalb nachmachen wollen.

“Es war zwar ihre Idee, es zu machen”, erklärte Owens der “BBC”, doch YouTube solle solche Videos entfernen oder zumindest nur für eine bestimmte Altersgruppe freigeben. 

Neben einer möglichen Klage sei es für die Mutter jedoch noch wichtiger, andere Eltern zu warnen, erklärte Owens dem Newsportal.

″Überwacht, was sie [Kinder] auf Social-Media-Kanälen machen. Haltet sie von Facebook und YouTube fern. Ich möchte nicht, dass eine andere Mutter das durchstehen muss, was ich erlebt habe.”

(nr)