POLITIK
12/03/2018 16:05 CET

Macron faltet Journalistin wegen spöttischer Frage zu Indien-Besuch zusammen

"Die Frage ist, ob es nicht besser wäre, die Medien völlig auszuschließen."

MONEY SHARMA via Getty Images
Not amused: Emmanuel Macron.
  • Die Frage einer Journalistin hat Frankreichs Präsident bei seinem Indien-Besuch erzürnt
  • Macron antwortete trocken, bissig – und äußerst spöttisch

Es war ein paradoxer Besuch.

Am Wochenende hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zusammen mit seiner Ehefrau Brigitte den berühmten Taj Mahal besucht – als Teil seines dreitägigen Staatsbesuchs in Indien.

Paradox deswegen, weil der Besuch vom Élysée-Palast als “privat” ausgegeben war, aber zig Kameras französischer Medien den Trip einfingen.

Eine Journalistin fragte Macron daher bei einer Pressekonferenz vor seiner Abreise am Montag, wie er das Wort “privat” definiere.

Eine spitze Frage, die Macron mit einer ebenso spitzen Antwort bedachte.

Ein bissiger Konter

“Ich danke Ihnen für ihr Interesse, das ihre Frage ausdrückt und in der der ganze Reichtum enthalten ist, den sie von dieser Reise mitgenommen haben”, entgegnete Macron spöttisch. 

Er unterstellte der Journalistin, eine “strategische Frage” gestellt zu haben. Eine Frage, mit der Absicht, sich über ihn lustig zu machen.

Macron belehrte die anwesenden Journalistin, dass sein Indien-Besuch “privat” war, weil er nicht von offiziellen Vertretern aus Frankreich begleitet wurde. 

Macron endete mit der fast schon verachtenden Aussage: “Wenn die Frustration derjenigen, die nicht dabei waren, zu Fragen wieder dieser führt, stellt sich tatsächlich die Frage, ob es nicht besser wäre, die Medien völlig auszuschließen.” 

Macron in Indien

Frankreichs Präsident stand in der Vergangenheit wegen seines Umgangs mit der Presse mehrfach in der Kritik. Nur noch ausgewählte Journalisten dürfen mit Macron zusammen reisen – und die Regierung schränkte den Zugang zum Élysée-Palast für Reporter ein.

In Indien weihte Macron zusammen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi bei seinem Besuch eine Solarenergie-Anlage ein – und präsentierte Frankreich als Tor für Asien nach Europa.

Dieser Artikel erschien zuerst in der französischen HuffPost und wurde von Leonhard Landes übersetzt und ergänzt.

(ben)