POLITIK
07/09/2018 19:44 CEST | Aktualisiert 07/09/2018 21:09 CEST

Maaßen-Zweifel über "Hetzjagd" in Chemnitz: Bekam er Anweisungen von Seehofer?

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NurPhoto via Getty Images
Bundesinnenminister Horst Seehofer und Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen. 

Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen steht wegen seiner beweislosen Zweifel an der Echtheit eines Videos aus Chemnitz, das zeigt, wie Rechte Migranten jagen, heftig in der Kritik. 

► Nun berichtet die Nachrichtenseite “Focus Online”: Maaßen soll auf Geheiß von Bundesinnenminister Horst Seehofer seine verfrühten Erkenntnisse in einem Interview mit der “Bild”-Zeitung preisgegeben haben. 

► “Focus Online” beruft sich bei dem Bericht auf Sicherheitskreise. Weder das Bundesinnenministerium noch das Bundesamt für Verfassungsschutz haben sich zu den Vorwürfen bisher geäußert. 

Warum die Vorwürfe gegen Seehofer und Maaßen brisant sind:

Maaßen hatte in der “Bild”-Zeitung seine Zweifel an der Echtheit des “Hetzjagd”-Video aus Chemnitz angebracht, ohne diese durch Beweise belegen zu können. 

Er munkelte sogar, das Video sei womöglich ein Fake, um vom Tötungsdelikt an Daniel H. abzulenken. Darüber hinaus soll Maaßen dem Kanzleramt vor dem Interview nicht von seinem Erkenntnisstand berichtet haben. 

Maaßen löste damit Empörung aus: Politiker der Grünen, der SPD und der Linken kritisierten den Verfassungsschutz-Chef für diese Aussagen. Teilweise wurden Rücktrittsforderungen laut.   

Sollte sich bewahrheiten, dass Seehofer Maaßen anwies, seine haltlose Behauptung in den Raum zu stellen, wäre das ein direkter Affront gegen Merkel.

Denn: Auch Seehofer soll eigentlich nichts von Maaßens Manöver gewusst haben. 

Was ihr noch über Maaßens Aussagen zum Video aus Chemnitz wissen müsst: 

Die Anzeichen, dass Maaßens Einschätzung zum “Hetzjagd”-Video falsch sind, verdichten sich. 

So hat etwa der Journalist Lars Wienand das Video eingehend untersucht und dabei dessen genauen Entstehungsort festgestellt. Ein Fake sei laut Wienand unwahrscheinlich. 

Noch deutlich sagt das der Generalstaatsanwaltschaft aus Dresden. Wolfgang Klein sagte der “Zeit”: “Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, dass das Video ein Fake sein könnte.”