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03/07/2018 15:56 CEST

Lübeck: Bus mit 38 Kindern kollidiert mit Rettungswagen – ein Toter

“So einen zerschossenen Rettungswagen habe ich noch nicht auf der Straße liegen sehen.”

dpa
Ein Reisebus kollidierte mit einem Rettungswagen im Einsatz.
  • Am Samstag sind 52 Menschen bei einem Busunfall nördlich von Lübeck verletzt worden, darunter hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus Hessen. 
  • Ein Betreuer musste wegen schweren Verletzungen in eine Klinik geflogen werden – nun ist er verstorben.

Ein 22 Jahre alter Betreuer einer Jugendgruppe aus Hessen, der am Samstag bei einem Busunfall in Schleswig-Holstein lebensgefährlich verletzt worden war, ist gestorben.

Er sei in einem Lübecker Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte die Polizei am Montag mit.

Ein Reisebus mit 38 Kindern und mehreren Betreuern war bei Rüting in der Gemeinde Grömitz nördlich von Lübeck frontal mit einem Rettungswagen zusammengestoßen.

Dabei waren insgesamt 52 Menschen verletzt worden.

Die aus dem Schwalm-Eder-Kreis südlich von Kassel stammenden Kinder waren auf einem Jugendlager in Dahme an der Ostsee.

Die beteiligten Kinder sind der Polizei zufolge 12 bis 14 Jahre alt

Der Bus wich einem Auto aus und kam so in den Gegenverkehr

In der Ortschaft Rüting im schleswig-holsteinischen Grömitz kam dem Reisebus ein Rettungswagen im Einsatz entgegen.

Ersten Polizeierkenntnissen zufolge wollte ein vor dem Bus fahrender Autofahrer nach links abbiegen, wartete aber, um den Rettungswagen passieren zu lassen.

Den Ermittlungen zufolge soll der Busfahrer daraufhin in den Gegenverkehr gefahren sein, um dem stehenden Auto auszuweichen.

Dabei kam es gegen 18.40 Uhr am Samstag zur Kollision.

Der Bus schlitterte laut Polizei in eine Böschung. Die Front wurde stark beschädigt, Teile des Rettungswagens durchbrachen die Scheibe.

Der Rettungswagen sei durch die Wucht des Aufpralls umgekippt und noch einige Meter über die Straße geschleudert worden, sagte ein Polizeisprecher.

Eine Seitenwand am hinteren Teil des Fahrzeuges und eine Tür am Heck wurden abgerissen.

“So einen zerschossenen Rettungswagen habe ich noch nicht auf der Straße liegen sehen”, sagte Dierk Dürbrook, Sprecher der Polizei Lübeck, am Sonntag.

Sowohl das abbiegende Auto als auch ein hinter dem Bus fahrender Wagen seien von den umherschleudernden Fahrzeugen beschädigt worden. Die beiden Autofahrer gehörten ebenfalls zu den Verletzten.

“Den allermeisten ist glücklicherweise nicht viel passiert”

Neben der Feuerwehr und mehreren Polizeiautos waren der Mitteilung zufolge 38 Rettungsfahrzeuge am Unfallort.

“Das war ein einziges Blaulicht-Geflimmer”, sagte Dürbrook.

Die Leichtverletzten seien noch an der Unfallstelle untersucht worden. “Den allermeisten ist glücklicherweise nicht viel passiert”, betonte der Sprecher.

Sie erlitten demnach vor allem Prellungen oder einen Schock.

Andere Mittel- und Leichtverletzte wurden in Kliniken gebracht, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr mitteilte. Darunter war auch die zweiköpfige Besatzung des Rettungswagens.

Mehrere Mitfahrer aus dem Bus wurden noch am Abend zurück ins Ferienlager gebracht, wo sie nach Angaben der Regionalleitstelle seelsorgerisch betreut wurden.

Ein Gutachter war an der Unfallstelle vor Ort, die Polizei ermittelt zur Unfallursache.

(lm)