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01/06/2018 13:32 CEST | Aktualisiert 01/06/2018 13:32 CEST

Löst Italien die nächste große Krise aus?

Italien hat einen kritischen Punkt erreicht.

DAX, 2016 bis 2018
Die große potenzielle Topformation, die der DAX hier zeigt, mahnt zu entsprechend großer Vorsicht bei deutschen Aktien. Quelle: StockCharts.com

Liebe Leser,

die Europäische Zentralbank hält mit ihrer Euroverteidigung um jeden Preis einen gigantischen Umverteilungsprozess in Gang. Unter der Überschrift „Skandalöse geldpolitische Umverteilung und ihre Folgen“ habe ich diesen Prozess in meinem Börsenbrief Krisensicher Investieren ausgiebig analysiert. In Kombination mit meiner Themenschwerpunkt-Ausgabe „Quo vadis Europäische Union – Freiheit oder Knechtschaft?“ wird hier alles gesagt, was Sie zur EU und zum Euro wirklich wissen müssen, auch um die Vorgänge in Italien besser einordnen zu können.

Reaktion auf eine ungerechte Politik

Die unsoziale Politik der EZB erzeugt wenige Gewinner und viele Verlierer in allen Ländern Europas, sogar in Deutschland. Letztere sind mit diesem Ergebnis völlig zu Recht unzufrieden. Mehr und mehr artikulieren sie diese Unzufriedenheit, indem sie dem politischen Establishment die kalte Schulter zeigen.

Überraschend kommt diese Entwicklung nicht. Sobald sich mit dem Slogan „Raus aus der Währungsunion“ Wahlen gewinnen lassen, wird es auch Parteien geben, die damit in den Wahlkampf ziehen – und vielleicht sogar gewinnen. Das habe ich bereits vor einigen Jahren geschrieben, als immer deutlicher sichtbar wurde, dass die Europäische Währungsunion – im Unterschied zur EU Freihandelszone – nicht funktioniert.

Italien hat diesen kritischen Punkt jetzt erreicht

Die italienische Bevölkerung scheint den kritischen Punkt jetzt zu erreichen, an dem sie den Austritt Italiens aus der Währungsunion erzwingen will. Wie die letzten Tage bewiesen haben, wird das Establishment alles tun, um den Status quo zu verteidigen und die Gläubiger des hoch verschuldeten Landes vor Verlusten zu bewahren.

Wie lange das gelingen kann, ist völlig ungewiss. Aber eines steht jetzt schon fest: Italien hat das Potenzial, eine große europäische Krise auszulösen. Mit der Einführung des Euro hat sich Europa völlig unnötig in diese prekäre Lage manövriert. Und die ultra-laxe Geldpolitik der vergangenen Jahre hat dafür gesorgt, dass die Ungleichgewichte und Fehlentwicklungen nicht etwa beseitigt oder wenigstens reduziert wurden, sondern ganz im Gegenteil erheblich zugenommen haben.

Ihr Geld ist in Gefahr

Entsprechend groß sind jetzt die Unsicherheiten und Risiken für die europäische Wirtschaft und die europäischen Finanzmärkte, allen voran für Deutschland. Denn Deutschland hat bei einem Austritt Italiens aus der Währungsunion inzwischen am meisten zu verlieren. Durch die Anleihenkäufe der EZB und das Target 2-Verrechnungssystem der europäischen Zentralbanken würden der Bundeshaushalt und damit der deutsche Steuerzahler dreistellige Milliardenbeträge verlieren.

Darüber hinaus zeigt der Kursverlauf des DAX (siehe oben) eine mächtige Topformation. Das sehen Sie auf dem folgenden Chart. Die rechte Schulter dieser Formation hat ihren Zenit jetzt überschritten.

Passend zu den Vorgängen in Italien und der protektionistischen Politik Donald Trumps, die dem Exportweltmeister Deutschland schadet, signalisiert diese Entwicklung turbulente Zeiten für die deutsche Börse.

Gute Chancen bieten andere Regionen

In dieser von großer Unsicherheit gekennzeichneten Lage tun Sie als Anleger gut daran, Ihren Blick über die Grenzen Deutschlands hinaus zu richten.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende,

Ihr

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Nicht nur bei den Edelmetallen gibt es starke Kaufsignale, die Sie unbedingt kennen sollten.

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