LIFESTYLE
04/07/2018 18:23 CEST | Aktualisiert 04/07/2018 20:56 CEST

Tausende empören sich über Video mit Lena Meyer-Landrut – nun ist es gelöscht

“We f*cking HATE you, L’Oreal Paris!”

  • Lena Meyer-Landrut hat in einem Youtube-Video für L’Oreal einen “Feminist-Statement-Look” gezeigt.
  • Nach tausenden empörten Kommentaren hat L’Oreal das Video nun gelöscht.

Aubergine, Tannengrün, Hauttöne, ein Braun: Mehr als dunklen Lidschatten braucht es für den feministischen “Statement Look” nicht, wie eine Schminkanleitung von Lena-Meyer Landrut und L’Oreal  auf Youtube nahelegt. Internetnutzerinnen reagieren gereizt. “We f*cking HATE you, L’Oreal Paris!”, schreibt etwa die Organisation Pinkstinks Germany auf ihrer Facebook-Seite.

Unter dem Post, der zum Youtube-Video von L’Oreal und Meyer-Landrut führte, machen hunderte Nutzerinnen ihrem Ärger Luft. Der Kosmetikhersteller hat das Video, in dem ein Lidschatten namens “Feminist” beworben werden sollte, nun gelöscht

Reaktionen von heiter bis zornig

“Hallo meine Lieben, wir sind hier im Atelier von L’Oréal Paris und schminken jetzt diesen tollen Statement-Look. Wir haben hierfür die ‘La Petite Palette’ benutzt, den ‘Feministen’, und ich würde mich super freuen, wenn ihr das Ganze nachschminkt und mich auf euren Bildern taggt und mir euer Ergebnis zeigt”, sagt Meyer-Landrut in dem mittlerweile zwei Wochen alten Video.

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Der Pinkstinks-Topkommentar greift die Idee ironisch auf. “Einfach so fotografieren, wie ich halt aussehe – fertig ist der ‘Feminist-Look’”, schreibt eine Nutzerin darunter. “Wer macht mit?”

Andere diskutieren, ob “Feminismus” von einer politischen Idee nicht zu einem Marketing-Claim verkommen ist. Die häufigere Verwendung des Begriffs finden einige Nutzerinnen gut. 

Andere heben die negativen Aspekte des Marketings mit dem Wort hervor. Feminismus sei mehr als nur Schminke.

Der Spott der Kommentatorinnen richtet sich teils auch gegen die Marketing-Abteilung von L’Oreal. Mit den Namen für die Schminke mache das Unternehmen sich lächerlich.  

Doch auch Werbeträgerin Lena Meyer-Landrut trifft der Zorn der Kommentatorinnen. Sie habe sich nicht um den Feminismus verdient gemacht, lautet ein Vorwurf. 

Andere nehmen Meyer-Landrut in Schutz. Sie mutmaßen, sie bereue die Zusammenarbeit und werfen L’Oreal Doppelmoral vor.

Auf seiner eigenen Seite kommt L’Oreals Lidschatten mit dem unerhörten Namen durchweg besser weg. Zwar beschwert sich eine Rezensentin, die Textur des “Feminist”-Lidschattens sei “wirklich schrecklich, trocken und kalkig” und sie würde ihn ihren Freunden nicht empfehlen, aber vergibt am Ende dann doch vier von fünf möglichen Sternen.

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Shitstorm als Marketing-Strategie

Auf eine Anfrage der HuffPost hat L’Oreal nicht geantwortet.

Wie L’Oreal auf den Shitstorm reagiert und ob der Lidschatten auf dem Markt bleibt, ist unklar. 

Nach Rassismus-Vorwürfen nahm die schwedische Textil-Kette H&M Anfang des Jahres einen Kinder-Pullover aus dem Sortiment. Den Pullover hatte H&M mit einem dunkelhäutigen Model beworben. Der Aufdruck war “Coolest Monkey in the Jungle” – “der coolste Affe im Jungle”.  

Wie das australische Marketing-Portal “Bandt” berichtet, erreichten die Pullover später Preise von 1600 Euro auf Ebay.