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01/08/2018 18:02 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 18:02 CEST

Liebe Frauen, zieht eure BHs aus! Es fühlt sich wunderbar an

Mit diesen fünf Tipps schafft ihr es.

Kin Tak Tan / EyeEm via Getty Images
Ohne BH fühlt ihr euch freier (Symbolbild).

Seit ich aufgehört habe, einen BH zu tragen, haben mir meine Leser und Freunde viele Fragen gestellt. Ich weiß, dass sie das beschäftigt. Dass sie auch Lust darauf haben oder es kaum glauben können. Viele können sich nicht vorstellen, wie befreiend es ist, ohne BH zu leben. 

Ohne BH fühle mich freier und wohler. Wenn ich noch manchmal einen BH trage, fühle ich mich eingeengt, ja sogar unterdrückt. Weil ich weiß, dass die Umstellung nicht einfach ist, möchte ich meine kleinen Tipps für ein Leben ohne BH mit euch teilen. Es ist eine Freude.

Es braucht Zeit, sich daran zu gewöhnen 

Natürlich werdet ihr es nicht von morgen auf heute schaffen, völlig auf den BH zu verzichten. Und es wird etwas dauern, bis es ganz normal für euch ist, dass ihr keinen BH mehr tragt. 

Mehr zum Thema: Weil sie keinen BH trug: Mädchen wird von Schuldirektorin gedemütigt

Ich bin mir auch im Klaren darüber, wie unsere Körper, unsere Oberweiten und unsere Angewohnheiten funktionieren. Ich habe kleine Brüste und habe daher kein Problem mit Haltung oder Schwerkraft. Wenn ihr größere Brüste habt, kann sich der Weg zum Leben ohne BH schwieriger gestalten. Mir haben aber viele Frauen mit Körbchengröße C und D geschrieben, dass sie sehr gut ohne BH leben!

Langsam, bewusst und mit Selbstvertrauen

1. Daheim anfangen

Der erste Schritt ist, daheim keinen BH mehr zu tragen. Wen ihr das nicht sowieso schon tut. Für mich war das immer das Erste, was ich beim Heimkommen gemacht habe, weil es einfach verdammt gut tut!

Und vor allem seid ihr bei euch daheim. Da habt ihr ja wohl das Recht zu tun, was ihr wollt! Und auch wenn ihr nicht alleine lebt, glaube ich nicht, dass euer Partner und die Kinder schockiert sind, dass ihr keinen BH tragt. 

Und wenn sie mal Kommentare ablassen, erklärt ihnen einfach, warum ihr keinen BH tragt – sie werden es verstehen. Da bin ich mir sicher. 

2. Sich langsam steigern

Wie ich euch schon gesagt habe, wird das alles etwas dauern. Hetzt euch nicht, sonst schämt ihr euch noch, fühlt euch unwohl und wollt am Ende noch alles rückgängig machen. Das Ziel ist, dass ihr euch wohl fühlt und dafür müsst ihr euch ein paar Sachen bewusst machen. 

Ganz am Anfang müsst ihr euch die Menschen, mit denen ihr Zeit verbringen wollt, gut aussuchen. Es ist nämlich sicher angenehmer für euch, in Gesellschaft eurer engsten Freunde anzufangen, keinen BH mehr zu tragen, als an einem Abend voller Fremder. 

Danach ist es wichtig, auch an Orten, an denen man nicht unbedingt im Rampenlicht steht, keinen BH mehr zu tragen: Zum Beispiel beim Bäcker, im Supermarkt oder einfach in eurem Garten. 

Am Schluss denkt einfach an die Situation und eure Rolle. Wenn ihr euch ohne BH unwohl fühlt, fangt vielleicht nicht bei einer Konferenz damit an. Sondern zum Beispiel an einem Montagmorgen, wenn sowieso alle noch den Kopf in den Wolken haben.

Nach und nach werdet ihr merken, dass ihr euch ohne BH selbstbewusster und wohler fühlt und ihr werdet euch trauen, häufiger ohne BH aus dem Haus zu gehen.

3. Geeignete Oberteile aussuchen

Eine entscheidende Sache berücksichtigt man oft nicht. Oberteile aussuchen, die man gut ohne BH tragen kann! Mit dem richtigen Schnitt, Stoff und Farbe ist es recht einfach zu verstecken, dass man keinen BH trägt. 

Für mich ist die beste Tarnkleidung ein Baumwolloberteil mit Mustern, das nicht zu dünn ist. Sonst ist es durchsichtig. Vertraut auf meine Erfahrung. 

Achtet auch auf die Seiten von Kleidungsstücken. Viele T-Shirts sind an den Seiten tief ausgeschnitten. Die sind weniger gut geeignet, wenn ihr wollt, dass man nicht weiß, dass ihr keinen BH tragt. Und dann passt auf, dass der Ausschnitt nicht zu tief ist. Sonst riskiert ihr, dass man alles sieht, wenn ihr euch bückt.

Vergesst euer Umfeld

4. Die Meinungen anderer ignorieren

Ich weiß, mit so einer allgemeinen Regel macht man es sich einfach. Trotzdem ist es ein wichtiger Schritt. Sonst hat man schnell den Eindruck, dass alle einen anstarren und auf nichts anderes achten, als auf den fehlenden BH.

► Und das ist überhaupt nicht so!

Um ehrlich zu sein, bin ich am Anfang komplett durchgedreht. Ich hatte den Eindruck, dass man nichts anderes außer meine Brüste sieht (obwohl sie so klein sind) und dass die Menschen ihre Zeit damit verbringen, mich anzustarren und zu verurteilen. Aber die Wahrheit ist, dass das nur eine Erfindung deiner Psyche ist und die Menschen dich nicht seltener oder häufiger anschauen, wenn du keinen BH trägst. 

Und wenn es dir doch passieren sollte, frag dich: “Wie schlimm ist das?” 

Im schlimmsten Fall schämst du dich, fühlst dich verurteilt oder unwohl. Und das geht vorüber. Und denk dran: Während du darüber nachdenkst, hat der andere dich schon vergessen und es ist ihm unglaublich egal, ob du einen BH trägst oder nicht.

5. Auswege finden

Wenn du jemals Angst hast, dass man deine Nippel sieht, gibt es Auswege, um diese peinlichen Situationen zu vermeiden. 

Du kannst zum Beispiel Brustwarzen-Aufkleber aus Silikon kaufen. Man klebt sie auf die Nippel, um diese zu verstecken. Sie sind im Internet leicht zu finden. Ein weiterer Trick ist, einen Schal zu tragen, der bis über die Brust reicht. Er sollte lang genug sein und sich im Verlauf des Tages nicht zu viel bewegen.  Wenn es draußen kalt ist, sind solche Schals ziemlich praktisch.

Außerdem kann man einfach auch Kleidung finden, durch die man die Nippel gar nicht sehen kann. Das kann in Sachen Schnitt und Ton zwar schwierig werden, aber man kriegt es hin. 

Selbstverständlich gibt es auch Momente, in denen es nicht selbstverständlich ist, dass man ohne BH lebt und es wird Situationen geben, in denen ihr euch ohne BH unwohl fühlen werdet. Das ist überhaupt nicht schlimm.

Bei mir ist das auch so. Das Ziel ist, sich frei und ungebunden zu fühlen und die Brüste nicht den ganzen Tag einzusperren. Hört auf eure Launen und macht kleine Schritte. Auf jeden Fall werdet ihr sehen, dass das Leben ohne BH eine wahre Freude ist und ihr werdet schnell auf den Geschmack kommen.

Mit oder ohne BH?

Viele Frauen wollen sich mit dem BH vor Dehnungsstreifen und hängenden Brüsten schützen. Dabei könnte der BH mehr schaden als nutzen. Der Verzicht auf den BH macht die Brüste schöner. Das fanden französische Sportmediziner von der Universität Franche-Comté in Besançon heraus. Über 15 Jahre hinweg beobachteten sie, wie sich der BH-Verzicht auf die Brüste von jungen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren auswirkt.

Das Ergebnis: Die Brüste wurden fester, Dehnungsstreifen verblassten und die Brustwarzen hoben sich um durchschnittlich 7 Millimeter pro Jahr. Wer häufig einen BH trägt, solle nicht abrupt damit aufhören, sondern über einen längeren Zeitraum immer häufiger darauf verzichten. Nur so könne sich das stützende Gewebe entwickeln. 

Dieser Artikel erschien zuerst in der französischen Ausgabe der HuffPost und wurde von Moritz Diethelm aus dem Französischen übersetzt und angepasst. 

(nc)