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04/04/2018 11:37 CEST | Aktualisiert 04/04/2018 12:50 CEST

Seltener Fall in Hannover: Hund soll Frau und ihren Sohn getötet haben

Eine Expertin erklärt, wie gefährlich Staffordshire-Terrier wirklich sind.

  • Eine Frau und ihr erwachsener Sohn sind tot in einer Wohnung gelegen
  • Die Polizei geht davon aus, dass ein Staffordshire-Terrier die beiden getötet hat 

In Hannover hat eine Frau ihr Mutter und den Bruder tot in der Wohnung aufgefunden. Jetzt soll klar sein: Der Staffordshire-Terrier der Familie hat die beiden Erwachsenen niedergebissen.

► “Nach ersten Untersuchungen durch einen Rechtsmediziner wurden die 52-Jährige und ihr 27-jähriger Sohn offenbar von dem Hund getötet”, teilte die Polizei mit.

Tochter findet die leblosen Körper in der Wohnung in Hannover

Die 25 Jahre alte Tochter der getöteten Frau hatte die Beamten alarmiert, weil sie ihre Mutter und ihren Bruder nicht erreichen konnte. Beim Blick durch ein Fenster entdeckte sie dann einen leblosen Körper in der Wohnung im Stadtteil Groß-Buchholz.

► Die junge Frau war es auch, die die Einsatzkräfte vor dem Kampfhund gewarnt haben soll. Das berichtet die “Bild”-Zeitung.

Die Feuerwehr brach die Tür auf und fing den Hund mit einer Schlinge ein. Rechtsmediziner sollen die Todesursache nun ganz genau ermitteln.

Was ihr zu Kampfhunden in Niedersachsen wissen müsst

In Niedersachsen müssen alle Hundehalter seit einigen Jahren einen Hundeführerschein machen, wenn sie sich ein Tier neu anschaffen. Der sogenannte Sachkunde-Nachweis besteht aus einer theoretischen Prüfung vor Beginn der Hundehaltung und einem Praxistest im ersten Haltungsjahr.

Nach einer Vielzahl von teils tödlichen Zwischenfällen mit Kampfhunden war es das Ziel des Testes, die Zahl der Attacken von Hunden zu reduzieren.

Expertin: Tödliche Hundeangriffe sind sehr selten

Aber:  Tödliche Hundeangriffe sind aus Sicht einer Forscherin der Tierärztlichen Hochschule Hannover sehr selten. “Man kann das an einer Hand abzählen”, sagte Veterinärin Dunia Thiesen-Moussa, die auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist.

Zu dem konkreten Fall in Hannover konnte die Expertin nichts sagen. In der Regel zeigten sich Hunde aggressiv, wenn sie mit viel Druck und Gewalt erzogen worden seien, sagte die Wissenschaftlerin.

► An der Tierärztlichen Hochschule in Hannover werden nach Angaben der Ärztin pro Jahr etwa 60 bis 80 Hunde, die Menschen mehr als geringfügig verletzt haben, bei sogenannten Wesenstests begutachtet. Thiesen-Moussa führt diese seit Oktober 2013 durch.

Seitdem hatten wir keinen vergleichbaren Fall”, sagte die Tierärztin mit Blick auf die Attacke in der Nacht zum Mittwoch. Es habe auch kein Hund eingeschläfert werden müssen.

cynoclub via Getty Images
Das ist ein Staffordshire-Terrier (Symbolbild).