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10/01/2019 13:41 CET

Schnee und Sturm: Mann überlebt im Tiefschnee – weil er TV-Sendung sah

"Ich hatte Angst, dass meine Familie mich beerdigen müsste", erzählte er bei "Stern TV".

Onfokus via Getty Images
Bei "Stern TV" erzählte der 23-Jährige, was er im Tiefschnee erlebte. (Symbolbild) 
  • Ein 23-jähriger Bayer musste vergangenen Samstag nach einem Snowboard-Ausflug um sein Leben kämpfen.
  • Bei “Stern TV” erzählt er, welche Fernsehsendung ihm den entscheidenden Tipp geliefert hatte.

Schneechaos: Die Schulen machen dicht, Menschen sind in Dörfern eingeschlossen, Skipisten müssen evakuiert werden. In vielen Teilen Süddeutschlands herrscht momentan absoluter Ausnahmezustand – und es wird nicht weniger. 

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In der RTL-Sendung “Stern TV” erzählt der 23-jährige Leon Bareither, Snowboarder, seine Überlebensgeschichte. 

Vergangenen Samstag fuhr er mit Freunden nach Zell am See zum Snowboarden. Er kam von der Piste ab und schaffte es nach eigener Aussage nicht mehr zurück auf die Strecke. “Wenn du erstmal runter bist, dann schaffst du es nicht mehr hoch”, sagt er. 

RTL / Screenshot
Leon Bareither erzählte bei "Stern TV" von seinem Überlebenskampf.

Snowboarder bei “Stern TV”: Niemand hörte die Hilferufe

Immer wieder versuchte der 23-Jährige, sich zurück zur Skipiste zu kämpfen. Schnell habe er gemerkt, dass er damit wenig Erfolg haben würde – und irrte fast fünf Stunden mit seinem Snowboard durch den Wald. Eine gefährliche Aktion, wie Bareither bei “Stern TV” erklärte. Mehrmals habe er kleine Lawinen ausgelöst, weil er über Abhänge springen musste.

Die Bergrettung suchte bereits nach dem Mann. Er sah die Lichter der Einsatzkräfte und schrie um Hilfe, doch niemand konnte ihn hören.

Snowboarder überlebt mit Hilfe von TV-Sendung

Es wurde immer dunkler und Bareither musste sich etwas anderes einfallen lassen, um sich in Sicherheit bringen. Er fand einen Unterschlupf. Der 23-Jährige habe einen Felsen entdeckt, über dem ein Baum umgestürzt war.

Er habe sich mit den Händen etwas Erde herausgeschaufelt und entschieden, dort die Nacht zu verbringen. “Ich konnte mich unter den Baum legen und war so vor Lawinen geschützt, und vor dem Wind”, sagt er in der Sendung.

Moderator Steffen Hallaschka fragt, wie der 23-Jährige auf diese Idee kam, die ihm letztendlich das Leben rettete. Als Grund nennt der Bayer die Tricks, die er vom australischen Survival-Experten Bear Grylls aus dem Fernsehen kannte. 

“Der hat gemeint, wenn so etwas ist, dann sollte man lieber übernachten, weil man nie weiß, wo man hintritt”, sagt der Snowboarder. Auch den Trick, wie man, vergraben im Schnee, erkennen kann, wo oben und unten ist, kannte er durch Bear Grylls: Durch Spucke im Mund kann sich ein von einer Lawine Verschütteter orientieren.

Mann konnte gerettet werden

Während er die Nacht bei Minus zwei Grad verbachte, rieb er sich mit Erde ein, um dadurch trocken zu werden. 

 “Ich hatte eigentlich insgesamt immer eine positive Einstellung, aber ich hatte Angst, dass meine Familie mich beerdigen müsste und darauf hatte ich gar keine Lust”, sagt er. 

Nach Tagesanbruch zog er dann weiter und orientierte sich an den Gondeln. Dort entdeckte ihn ein Gondelführer in 40 Metern Höhe. Die Bergretter konnten ihn hochziehen. “Das ist das beste Gefühl, das ich je hatte”, berichtet Bareither über diesen Moment. 

Sein Überlebenswille und die Tipps von Bear Grylls hatten ihm das Leben gerettet.

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In 40 Metern Höhe entdeckte ihn ein Gondelführer.

(ll)