LIFE
17/10/2018 11:45 CEST

Lehrer verspricht 14-Jähriger gute Note, wenn sie Nacktfotos schickt

Auch mit weiteren Schülerinnen soll der Pädagoge gechattet haben.

Towfiqu Photography via Getty Images
Die Schülerin tauschte sich mit dem Lehrer über einen privaten Chat aus (Symbolbild).
  • Ein Lehrer aus Niedersachen soll seinen Schülerinnen bessere Noten als Gegenleistung für Nacktfotos und intime Handlungen geboten haben. 
  • Gegen den 37-Jährigen wurde jetzt ein Strafbefehl erlassen. 

Wenn es um gute Noten geht, lassen sich manche Schüler gerne Tricks einfallen – sei es ein kleiner Spickzettel oder ein Blick in die Klausur des Nachbarn. Oft sind viele dieser Vergehen eher harmlos und werden vom Lehrer im schlimmsten Fall mit einer schlechten Zensur und einer Lektion fürs Leben abgestraft.

Weitaus drastischer verlief es in einer Realschule im niedersächsischen Salzgitter. Dort soll ein Lehrer seinen Schülerinnen gute Noten angeboten haben, wenn diese ihm im Gegenzug Nacktfotos schicken oder sogar körperlichen Gefälligkeiten nachkommen.

Küsschen und Sexfoto

Die Klassenarbeit besser benoten und ein angedrohtes Elterngespräch absagen – das soll der Realschullehrer im Jahr 2013 seiner damals 14 Jahre alten Schülerin angeboten haben. Im Gegensatz dafür verlangte er Nacktfotos von dem Mädchen. Seinen Forderungen sei die Minderjährige nachgekommen und habe dem zur Tatzeit 33-Jährigen zwei Nacktbilder geschickt. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. 

Die Schülerin tauschte sich mit dem Lehrer über einen privaten Chat aus und ließ ihm darüber auch die Fotos zukommen.

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Auch mit weiteren Schülerinnen soll der mittlerweile 37-Jährige gechattet haben. Zwei Mädchen soll er dabei bessere Noten für Gegenleistungen wie Küsschen angeboten haben. “Die beiden Schülerinnen gingen auf diese Angebote aber nicht ein”, berichtete der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Wolters. 

Angeblich habe der Lehrer seinen Schülerinnen ebenfalls ein Foto von sich und seiner Kollegin beim Sex geschickt, wie die “Braunschweiger Zeitung” berichtet. Demnach habe der 37-Jährige ein weiteres Mädchen zu Sexspielen mit sich und seiner Kollegin eingeladen. Die Ermittler hätten nach Angaben der Zeitung in der Wohnung des Lehrers kinderpornografisches Material entdeckt. 

Strafbefehl mit Freiheitsstrafe

Bereits 2016 sollen die Ermittler auf den Mann aufmerksam geworden sein, heißt es weiter in dem Bericht. Eltern hätten sich an die Schulleitung gewendet, weil der Lehrer Chatnachrichten mit den Minderjährigen ausgetauscht habe. Die Landesschulbehörde habe schließlich Anzeige erstattet. 

Mittlerweile sei der Pädagoge freigestellt und würde vorerst nicht mehr an der Realschule unterrichten, wie ein Sprecher der Landesschulbehörde mitteilte. 

Gegen den 37-Jährigen wurde ein Strafbefehl mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung erlassen, teilte die Ermittlungsbehörde am Dienstag mit. Dem Lehrer sei auch die Zahlung von 5000 Euro auferlegt worden.

Im Falle der 14-Jährigen habe der Lehrer bereits Einspruch gegen den Strafbefehl wegen Bestechlichkeit in zwei Fällen eingelegt. Es könnte daher eine öffentliche Verhandlung zu den Vorwürfen geben.

(ujo)