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17/07/2018 12:18 CEST

Stuttgart: Lehrer filmt Damenumkleide und darf weiter unterrichten

“Es bestand keine Notwendigkeit, Schüler und Eltern zu informieren”

ewg3D via Getty Images
Ein Lehrer soll in der Damenumkleide eines Gymnasiums gefilmt haben. 
  • Ein Gymnasiallehrer aus Heidenheim in Baden-Württemberg soll heimlich in einer Damenumkleide Frauen gefilmt haben.
  • Die Opfer seien keine Schülerinnen, sondern Vereinssportlerinnen gewesen. 

Schauergeschichten über Kameras in den Umkleiden geistern wohl durch viele Schulen. Zum Glück sind diese Gerüchte fast immer nur gruselige Märchen, die sich die Kinder erzählen, um sich Angst zu machen.

An einem Gymnasium in Heidenheim soll solch eine Geschichte nun einen wahren Kern gehabt haben: Ein Lehrer soll in der Damenumkleide eine kleine Kamera versteckt und damit heimlich gefilmt haben.

Das berichtete die Lokalzeitung “Südwest Presse”. 

Keine Kinder gefährdet

Die Staatsanwaltschaft Ellwangen habe den Vorfall bestätigt. Allerdings habe der Lehrer nicht seine Schülerinnen gefilmt, sondern junge Frauen beim abendlichen Vereinssport. 

Seine Kamera sei kurz nach ihrer Installation entdeckt und wieder entfernt worden. Schüler seien nicht anwesend gewesen. Der Lehrer sei als Täter überführt und  bereits zu einer Geldstraße von mehreren tausend Euro verurteilt worden.

Lehrer unterrichtet weiter

Auch die vorgesetzte Dienstbehörde, das Stuttgarter Regierungspräsidium, wisse Bescheid und wolle die Schüler in Zukunft besser schützen. Auch hätten sie die “dienstrechtlich notwendigen Maßnahmen” ergriffen.

Welche Maßnahmen das seien, dazu habe sich die Sprecherin des Stuttgarter Regierungspräsidiums, Katja Lumpp, nicht geäußert – “aus Gründen der Amtsverschwiegenheit in Personalfragen”.

Der Lehrer habe sein Fehlverhalten eingesehen und sich entschuldigt.  “Es bestand keine Notwendigkeit, Schüler und Eltern zu informieren”, sagte Lumpp der “Südwest Presse”. Der Lehrer sei weiterhin im Schuldienst tätig.

(nc)