LIFE
10/08/2018 15:19 CEST | Aktualisiert 11/08/2018 16:12 CEST

Junge denkt, er habe Lebensmittelvergiftung – dann verliert er Bein

Er dachte, seine Übelkeit hätte an frittiertem Huhn gelegen.

  • Ein 14-jähriger Brite dachte, er habe schlechtes Hühnerfleisch gegessen.
  • Am darauffolgenden Tag schwebte er in Lebensgefahr und verlor letztlich sein linkes Bein.
  • Im Video oben erzählt die Mutter des Jungen, wie es ihm heute geht.

Mitchell Etherton und seine Eltern waren sich sicher, dass der Junge sich nur den Magen verdorben hätte, als er vor einem Jahr plötzlich in der Nacht schwer erbrechen musste.

Der 14-Jährige aus der englischen Grafschaft Essex hatte tagsüber ein frittiertes Huhn gegessen. 

Am Tag darauf entdeckte sein Vater schwarze Flecken an den Beinen des Jungen. Zudem klagte sein Sohn über starke Schmerzen.

“Sie sagten, er würde keine 24 Stunden überleben”

Ethertons Vater zögerte nicht lange und brachte ihn sofort ins Krankenhaus. Dort stellten die Ärzte fest: Der 14-Jährige litt an einer lebensgefährlichen Meningokokken-Infektion. 

Um die Überlebenschancen des 14-Jährigen zu steigern, versetzten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma. So sollte vermieden werden, dass sich die Infektion weiter in seinem Körper ausbreitet.

Meningitis: Das müsst ihr wissen

  • Bei Meningokokken handelt es sich um intrazelluläre Bakterien, die sich beim Menschen im Nasen-Rachen-Raum ansiedeln und so schwere Krankheiten auslösen können. 
  • Das Spektrum der Erkrankung reicht von leichten Verläufen mit spontaner Abheilung bis hin zu einem hochakuten Ausbruch, der trotz Behandlung in wenigen Stunden zum Tod führt.
  • Die Meningitis beginnt mit starkem Krankheitsgefühl wie Abgeschlagenheit, hohem Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost, Gelenk- und Muskelschmerzen, Krämpfen oder Bewusstseinsstörungen.
  • In Deutschland gibt es etwa 300-400 schwere Meningikokken-Erkrankungen im Jahr.
  • In der Regel verläuft die Erkrankung relativ mild und wird mit Antibiotika behandelt, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.
  • Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) bisher nur die Meningokokken Typ C-Impfung für alle Säuglinge.

Aber die Ärzte machten Ethertons Eltern nicht viel Hoffnung. “Sie sagten, er würde keine 24 Stunden überleben”, erzählte Mutter Sharon Sigston dem Nachrichtenportal “Caters News”. 

Doch nach einer Woche zeigte sich: Der 14-Jährige würde die Krankheit zwar überleben, man müsse ihm allerdings sein linkes Bein und einen Daumen amputieren. 

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CatersNews
Mitchell Etherton musste nach einer Meningitis das linke Bein amputiert werden. 

 

Etherton bewies, dass er ein Kämpfer ist

Trotz des schweren Schicksalsschlags blieb der Junge ein Kämpfer, wie seine Mutter berichtet. 

Ein Jahr nach der Operation geht es dem Briten schon etwas besser. Dank einer Prothese kann der 14-Jährige sogar wieder Fußball spielen.

Trotzdem leide er weiterhin unter der Krankheit in seinem rechten Bein.

Erst Anfang August musste eine weitere Operation an seinem Knöchel ausgeführt werden. Derzeit sei unklar, ob er das rechte Bein behalten werde. 

► Ethertons Mutter möchte, dass mehr über die Gefahren einer Meningokokken-Infektion gesprochen wird. Aus diesem Grund entschied sich die Familie den Krankheitsfall ihres Sohnes öffentlich zu machen. Es ist allerdings immer noch unklar, wie er sich die Infektion tatsächlich zugezogen hat.

(amr)