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04/06/2018 16:39 CEST | Aktualisiert 04/06/2018 16:39 CEST

Lastwagenfahrer streiken landesweit im Iran

Der Druck auf das Regime in Teheran wächst – Die Proteste und Streiks reißen nicht ab - Die wirtschaftliche Situation vieler Menschen im Iran wird immer schlechter, während die Machthaber Milliardenbeträge ins Ausland schicken und Terror finanzieren

Seit dem 22. Mai haben Lastwagenfahrer im Iran einen landesweiten Streik aus Protest gegen die Korruption des iranischen Regimes und die schlechte Behandlung der Arbeiter abgehalten. Der landesweite Streik hat sich in sechs Tagen auf mindestens 240 Städte in 31 Provinzen ausgedehnt.

Die Fahrer haben sich geweigert, Güter auf ihre Lastwagen zu laden. Die Schlangen der Fahrzeuge werden immer länger. Und das obwohl die Agenten des iranischen Geheimdienstes die Fahrer einschüchtern wollten, sich dem Streik anzuschließen, unter anderem dadurch, dass sie per Kurznachrichtendienst SMS mit Drohungen versandt und einige von ihnen in verschiedenen Städten in die Zweigstellen des Geheimdienst-Ministeriums zur Befragung vorgeladen haben.

Unter anderem sind die Lastwagenfahrer, wie es heißt, darüber verärgert, dass die Preise für Ersatzteile, darunter Reifen, in den Himmel geschossen sind. Sie haben auch extrem niedrige Löhne und stehen unter wachsendem Druck, mit der zunehmenden Inflation fertig zu werden.

Einige der Hauptgebiete, wo Streiks stattgefunden haben, sind Provinzen wie Teheran, Ost-Aserbeidschan, West-Aserbeidschan, Isfahan, Alborz, Ilam, Buschehr, Chaharmahal und Bakhtiari, Süd-Khorasan, Razavi Khorazan, Nord-Khorasan, Chusistan, Zanjan, Semnan, Sistan und Belutschistan, Fars, Qazvin, Ghom, Kurdistan, Kerman, Kermanschah, Golestan, Gilan, Lorestan, Mazandaran, Markazi, Hormozgan, Hamedan und Yazd.

Am 24. Mai sind in einigen Gebieten Taxifahrer in den Streik getreten, um die Lastwagenfahrer zu unterstützen.

Das Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und die Sicherheitskräfte des Regimes haben versucht, die Streikbewegungen mit mehreren Taktiken zu unterdrücken, darunter diejenigen, die Fahrer von Treibstofftanklastwagen sind, zur Wiederaufnahme der Arbeit zu zwingen und in Begleitung von Streifwagen loszufahren, die zum IRGC gehören, um die Engpässe der Versorgung mit Treibstoff aufzufüllen.

Infolge dieser beispiellosen landesweiten Streiks sind viele Tankstellen in Teheran und in anderen Teilen des Landes knapp mit dem Benzin. Es gibt lange Schlangen von Autos an manchen Tankstellen. Viele haben bereits die Arbeit eingestellt.

Iranische Oppositionsführerin Maryam Rajavi, die Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) hat ihre Unterstützung für die streikenden Lastwagenfahrer zum Ausdruck gebracht. Sie rief iranische Bürger auf, die Streikenden zu unterstützen.

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