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12/02/2018 10:12 CET | Aktualisiert 12/02/2018 10:12 CET

Künstliche Intelligenz und Slaughterbots - was blüht uns?

Luke MacGregor / Reuters

Die dystopische Vision eines mit künstlicher Intelligenz betriebenen bewaffneten Angriffs, der die Menschheit auszulöschen droht, kann uns helfen, genauer zu verstehen, was die Welt heute tatsächlich braucht: Einheit. Denn sie zeigt auf, was passieren kann, wenn der technologische Fortschritt und der Fortschritt im Hinblick auf Einheit in der Gesellschaft nicht miteinander einhergehen. Bei dieser Herausforderung spielt das jüdische Volk eine wichtige Rolle.

Unzählige dystopische Zukunftsvisionen sind Gegenstand vieler Bücher und Filme. Der kürzlich erschienene Kurzfilm “Slaugherbots” ist jedoch insofern herausragend, als seine Vision von Stuart Russell, Professor an der Universität Berkeley verfolgt wird und die Besorgnis tausender KI-Forscher zum Ausdruck bringt: Mit wenigen Optimierungen unserer derzeitigen Technologien sind wir in der Lage, ganze Schwärme von mit künstlicher Intelligenz betriebenen Mini-Drohnen Wirklichkeit werden zu lassen.

Dennoch kann ich solchen Entwicklungen eine positive Seite abgewinnen. Nicht etwa, weil mir die Vorstellung eines zukünftigen Killerroboter Szenarios behagt, vielmehr hilft uns ein derart leicht verfügbares verheerendes Potenzial, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, was die Menschheit wirklich braucht: den Fortschritt unseres menschlichen Bewusstseins dem der Technologie anzugleichen.

Welche Technologie ist ausgeklügelter als die KI? Welche Energie ist stärker als die Kernenergie?

Würden wir unser menschliches Bewusstsein ebenso hochrüsten, wie unsere Technologien, müssten wir keine KI-Terminatoren fürchten. Stattdessen würden wir unsere Forschung vorantreiben, um eine Technologie zu entdecken, die ausgeklügelter ist als KI und eine Energie, die mächtiger ist als die Kernenergie:

  • Diese Energie ist die grundlegendste Energiequelle der Natur, eine Kraft, die alle Teile der Realität miteinander verbindet;
  • Während die Technologie eine Methode ist, die uns zeigt, wie wir diese fundamentale Energiequelle der Natur, durch das uns inhärente Potenzial für menschliche Verbindungen extrahieren und nutzen können.

Im Gegensatz zu anderen, im Laufe der Geschichte entdeckten Energiequellen, kann diese nur entdeckt und genutzt werden, wenn dies mit “guten Absichten” geschieht. Mit anderen Worten, sie wird nur zugänglich, wenn wir ihre verbindenden Eigenschaften auf unsere Einstellungen und Beziehungen anwenden wollen. Die Anwendung dieser Verbindung schaffenden Eigenschaften in zahllosen verschiedenen Zuständen, ist eine alte Methode, die zur Grundlage des jüdischen Volkes geworden ist.

Wie die Juden die “technologische” Bedrohung der Zerstörung überwanden

Es ist kein Zufall, dass so viele Menschen jüdischer Herkunft heute an der Spitze der technologischen Entwicklungen stehen, obwohl sie nur etwa 0,2% der Weltbevölkerung ausmachen. In der jüdischen Bevölkerung ruhen latent Informations-Gene, die auf ihre abrahamitische Herkunft zurückgehen: die Zeit, in der sie die ursprüngliche Energie der Natur extrahierten, indem sie sich über ihre widerstreitenden Egos hinweg miteinander verbanden und sich so vor einer möglichen Zerstörung retteten.

Die Überbetonung des technologischen Fortschritts auf Kosten einer sozialen Einigung geschah auch zu Abrahams Zeiten, als die Babylonier einen Turm bauen wollten, der bis zum Himmel reichte.

″[Die Erbauer des Turms] würden die Ziegelsteine (um den Turm zu bauen) von Osten nach oben schieben und dann von Westen absteigen. Wenn ein Mann hinunter fiel und starb, würden sie ihm keine Beachtung schenken. Fiel jedoch ein Ziegel, setzten sie sich hin und wehklagten: Wehe uns! Wann kommt ein anderer an seine Stelle? “Abraham, der Sohn Terachs, kam vorbei und sah, wie sie die Stadt bauten. Er verfluchte sie und sagte: “Möge der Herr ihre Zunge schlucken.” Rabbi Eliezer, Pirkei de Rabbi Eliezer (Kapitel von Rabbi Eliezer)

So wie wir heute der Gefahr durch KI-gestützte Waffenentwicklungen, standen die Babylonier einer realen Bedrohung durch Massenvernichtung gegenüber.

″[Die Babylonier] wollten miteinander sprechen, aber sie kannten des Anderen Sprache nicht. Was taten sie? Jeder nahm sein Schwert und sie bekämpften einander bis zum Tod. In der Tat wurde die halbe Welt dort geschlachtet, und von dort aus verstreuten sie sich über die ganze Welt. ” Rabbi Eliezer, Pirkei de Rabbi Eliezer (Kapitel von Rabbi Eliezer)

Abraham sah, dass, die Fixierung der Babylonier auf “den Turm” sie das wirklich Wichtige im Leben aus den Augen verlieren ließ: positive menschliche Verbindung. Und er entdeckte die Ursache dieser Fixierung - das überzogene menschliche Ego, sowie den Zweck dieses Prozesses - die eigenen Werte zu überdenken und die Entscheidung zu fällen, dass der Einheit Vorrang vor allem anderen einzuräumen sei, da sonst die drohende Zerstörung zur schmerzhaften Realität werden würde.

Damals entwickelte Abraham eine Methode der Vereinigung über das wachsende Ego hinweg, eine Methode, die später die Weisheit der Kabbalah genannt werden würde. Er bildete Gruppen, die die Methode anwendeten, und sie wurden bekannt als “die Juden” (das hebräische Wort für “Jude” [Jehudi] kommt aus dem Wort für “vereint” [Jihudi] [Jaarot Devasch, Teil 2, Drusch Nr. 2 ]). Mit anderen Worten, das jüdische Volk bestand aus Babyloniern, Menschen aus allen Lebensbereichen, die am Puls der Zeit waren und das innere Gefühl hatten, dass etwas in der Entwicklung ihrer Gesellschaft schief lief. So arbeiteten sie wider den Status quo an ihrer Einheit. In der Folge entdeckten sie die mächtigste Energiequelle der Natur - eine Kraft der unbegrenzten Verbindung, die alle Teile der Realität miteinander verbindet, - die sie über ihre widerstreitenden Egos vereinte und sie vor dem Ruin rettete.

Da die Juden es bereits getan haben, wird von ihnen erwartet, dass sie es wieder tun. Bis dahin besteht der Antisemitismus weiter.

Der heutige Fokus auf den technologischen Fortschritt kann mit dem Glauben der Babylonier verglichen werden, der Bau eines Turms in den Himmel würde ihnen Kontakt zum Göttlichen gewähren. Bleibt jedoch das menschliche Ego in diesem Prozess unbehandelt, führt dies zwangsläufig zur Zerstörung.

So war es zu Abrahams Zeiten und so haben wir es auch in modernen Zeiten durch das quälende Beispiel der Atombombe erlebt. Im selben Licht können wir aufgrund der Warnungen der KI-Forscher die Bedrohung durch KI-betriebene Waffen sehen.

Die innovative Kraft einiger Babylonier, die Abraham zur sozialen Verbindung umlenken konnte, die zu ihrer Erlösung wurde, besteht im heutigen jüdischen Volk weiter. Je mehr es diese innovative und verbindende Kraft in den technologischen Fortschritt einbringt, statt in die Verbindung zwischen den Menschen, desto mehr Probleme und Risiken werden sich ergeben. Die Menschen weltweit werden zunehmend unbewusst fühlen, dass die Juden die Ursache ihrer Probleme sind. Antisemitische Verbrechen und Drohungen werden weiter zunehmen.

Da das jüdische Volk Zugang zur Methode der Verbindung hat, besteht eine stillschweigende Erwartung an die Juden, der zwischenmenschlichen Verbindung Vorrang vor allem Anderen einzuräumen. Daher scheint die Welt die immensen technologischen, wissenschaftlichen, medizinischen und kulturellen Innovationen, die das jüdische Volk in die Welt bringt, zu ignorieren. Stattdessen erwartet sie von den Juden , das in die Welt zu bringen, was uns zu Juden gemacht hat: Einheit.

So wie einst Abraham die Babylonier einlud, sich über ihr Ego hinweg zu verbinden, um sie vor der Zerstörung zu bewahren und den positiven Gebrauch zukünftiger Modelle zu gewährleisten, so ist es auch heute: Die Methode der Kabbalah wartet darauf, genutzt zu werden, um uns über unseren neuen, übersteigerten Egoismus hinweg zur Verbindung zu verhelfen und uns vor potenziell drohender Zerstörung zu bewahren, die in naher Zukunft Realität werden könnte.

Deshalb hoffe ich, dass wir die Warnungen der KI - Forscher beachten und die Verbindung der Menschen als unsere oberste Verantwortung für uns selbst und für die Welt in den Vordergrund stellen und so sicherstellen, dass zukünftige technologische Entwicklungen nur der Stärkung unserer sozialen Bindungen dienen. Ich lade jeden, der neugierig auf diese Methode ist, herzlich ein, diese mit einem Einführungskurs zu vertiefen.