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27/09/2018 13:18 CEST | Aktualisiert 27/09/2018 13:18 CEST

Warum Künstliche Intelligenz eine enorme Chance für unsere Gesellschaft ist

Die KI ist zu einem der größten Treiber der Digitalisierung geworden.

China News Service via Getty Images

Mord durch eine „Kaffeemaschine“ – zu sehen beim Tatort vor einer Woche. „Übernehmen die Roboter bald die Macht?“ – so titelte die “Bild”-Zeitung einen Tag später.

Die Aufmerksamkeit der Zuschauer und Leser ist sicher, denn es wird ein gewisses Unbehagen der Menschen beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) bedient: Kann ich noch mithalten? Wird meine Arbeit durch Technik ersetzt? Wie selbstbestimmt kann ich noch agieren oder übernimmt das demnächst die Maschine?

Diese Ängste und Fragen gibt es und wir als Politik müssen diese ernst nehmen. Natürlich sind alle möglichen Szenarien denkbar, aber wir sollte das Thema sachlich angehen.

Enorme Chancen

Wir müssen vor allem den Nutzen erläutern.

► So erleichtern uns KI-Technologien schon jetzt durch digitale Sprachassistenten, Staubsauger-Roboter oder Online-Übersetzungstools jeden Tag das Leben.

► KI hilft beim Steuern von Autos und sorgt damit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

► Roboter können Pflegern beim Heben von Patienten helfen. Ärzte können durch intelligente Bilderkennung Veränderungen der Haut besser erkennen.

Die Liste an Beispielen ist endlos weiterführbar. Die Chancen sind enorm.

Und KI ist nicht neu, es gibt sie seit vielen Jahren. Warum also plötzlich diese Diskussionen und Ängste? Der Grund ist eine neue Dynamik, ausgelöst durch ein Mehr an Daten und leistungsfähigeren Rechner, die diese Daten verarbeiten.

Damit ist KI zu einem der größten Treiber der Digitalisierung geworden und das weltweit, insbesondere USA und China agieren hier aktiv.

Und gerade in China auf einem ganz anderen Wertefundament, bei dem Persönlichkeitsrechte, ethische Aspekte und Datenschutz kaum eine Rolle spielen.

Enquete-Kommission “Künstliche Intelligenz”

Wir haben eine Entwicklung, die bei uns Fragen zu Chancen und Herausforderungen aufwirft. Wir müssen diese aber auch einbetten in einen internationalen Kontext. Wir müssen das Thema breit und intensiv diskutieren. Dafür gibt es keinen besseren Ort als den Deutschen Bundestag.

Hier, im Herzen der Demokratie, werden wir Politiker in den nächsten zwei Jahren in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ gemeinsam mit Experten aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gute Antworten finden.

► Wir werden herausarbeiten, welchen Einfluss KI auf unsere Arbeitswelt insgesamt, auf die Art der Arbeit, die sozialen Sicherungssysteme, die Mitbestimmung und vor allem die Qualifikation nimmt.

► Wir müssen über ethische Prinzipien sprechen, was die Entwicklung, die Programmierung und den Einsatz von KI sowie der Interaktion von Mensch und Maschine betrifft.

Ich bin fest davon überzeugt, dass ethische Leitplanken im globalen Wettbewerb eher vorteilig für uns sind.

► Wir werden aber auch über ein neues Verständnis von Bildung im 21. Jahrhundert diskutieren. Klar ist schon jetzt, dass wir mehr digitale Kompetenz und zwar entlang der gesamten Bildungskette brauchen.

In der Grundlagen-Forschung sind wir zwar gut aufgestellt – wir müssen das Wissen aber auf die Straße bringen.

KI als wichtiger Standortfaktor für Deutschland und Europa

Wir brauchen mehr Gründer, dafür ist ein gutes Umfeld für Fachkräfte genauso wie eine funktionierende digitale Verwaltung und mehr Kapital – vor allem in der Wachstumsphase – essentiell.

Wir brauchen aber auch eine kluge Regulierung. Dazu gehört unter anderem eine innovationsoffene Datenpolitik.

KI ist für Deutschland und Europa ein wichtiger Standortfaktor. Wir als Union wollen den technologischen Wandel auf Grundlage unserer gesellschaftlichen und kulturellen Werte gestalten. Wir wollen die Potenziale der Technologie nutzen. Und wir wollen Akteur sein und nicht nur Konsument. 

Nadine Schön ist stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im
Deutschen Bundestag. Der Beitrag erscheint zur Konstituierung der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“.