WIRTSCHAFT
15/05/2018 13:13 CEST | Aktualisiert 15/05/2018 13:48 CEST

Amazon-Prime-Verspätungen: Kunden hätten bloß genauer hinschauen müssen

Amazon sagt: Alles ein Missverständnis!

Charles Platiau / Reuters
Amazon Prime in der Kritik – zu unrecht? (Symbolbild)
  • Amazon-Prime-Kunden sind verärgert, ihr Vorwurf: Lieferzeiten werden nicht eingehalten und Pakete kommen verspätet an.
  • Der Kundenservice des Online-Versandhändlers sagt: Schuld ist ein Missverständnis.

Amazon Prime wirbt seit Jahren mit einem Angebot, das einen kostenlosen Versand innerhalb von zwei Tagen verspricht. Mittlerweile sogar mit einer Lieferung noch am selben Tag.  

Viele Kunden beschwerten sich in sozialen Netzwerken darüber, dass die tatsächlichen Lieferzeiten aber länger sind als angegeben – und Pakete zu spät geliefert würden.

Amazon sagt: Alles ein Missverständnis.

Auch bei der Nachrichtenseite “Business Insider” gingen Beschwerden von Kunden ein, die angaben, dass die Bestellungen aktuell vermehrt verspätet ankommen würden.

Amazon Prime wird falsch verstanden

Dass Lieferzeiten nicht eingehalten werden, wirft kein gutes Licht auf den Versandhändler, der erst kürzlich die Preise für seine Abos angehoben hat.

Der Kundenservice von Amazon machte allerdings klar, was die Versanddauer wirklich bedeutet, berichtet der “Business Insider”.

Demnach beginnt der versprochene Lieferzeitraum von zwei Tagen erst nach der Übergabe der Lieferinformationen an das Versandunternehmen – nicht schon nach der Bestellung.  

Einige Artikel hätten nun einmal längere Vorbereitungszeiten als andere, heißt es von Amazon. 

Die Berechnung der Lieferzeiten erklärt der Versandhändler auf seiner Website, jeder kann dort die Informationen bekommen.

Dort heißt es auch: “Zur Berechnung des voraussichtlichen Lieferdatums addieren wir zum voraussichtlichen Versanddatum die Zeit dazu, die das Paket von unserem Logistikzentrum bis zu Ihrer Lieferadresse benötigt.”

Und: “Die von der Versandart abhängige Laufzeit beginnt, sobald die Sendung versandt wurde.”

Wer sich über die Versanddauer beklagt, muss also nur genau(er) hinsehen.

Ist es nun besonders nutzerfreundlich, solche für viele Kunden relevanten Informationen im “Kleingedruckten” zu verstecken? Darüber kann man streiten.

(jds)