POLITIK
12/06/2018 17:09 CEST

Varoufakis warnt Deutschland vor dem Scheitern des Euros

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Horacio Villalobos - Corbis via Getty Images
Der griechische Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis hält die Euro-Zone für eine "Fehlkonstruktion" – und warnt Deutschland.

► Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis war am Montagabend an der Universität München zu Gast und hielt einen Vortrag mit dem Titel: “Warum Deutschland weder mehr zahlen kann noch mehr zahlen sollte, um die Euro-Zone zu retten“.

► Für den 57-jährigen Wirtschaftsprofessors trägt Berlin die Hauptschuld an der aktuellen Schieflage der Währungsunion, wie “Focus” berichtet. Wegen der rechtspopulistischen Regierung in Rom befürchten Ökonomen eine neue Krise in der Eurozone.

► Deutschland sei “nicht reich genug”, um auf Dauer das Scheitern des Euro zu verhindern, sagte Varoufakis laut “Welt” bei seinem Vortrag.

Warum ein Scheitern des Euros für Deutschland gefährlich wäre:

Die Deutschen würden mit in den Abgrund gezogen, ist sich Varoufakis sicher. Würde der Euro scheitern, stünde die Bundesrepublik zwar zunächst stärker da, würde in der Folge jedoch als “sicherer Hafen” von ausländischem Kapital überflutet werden, wie “Focus” berichtet. 

Für Varoufakis gibt es daher nur zwei Optionen: Entweder müsse die Politik sich das Scheitern der Euro-Zone eingestehen und einen “möglichst günstigen” Weg finden, sie abzuwickeln. Deutschland könne die Euro-Zone dann aus einer “Position der Stärke“ verlassen.

Oder Brüssel müsse “echte Vereinigte Staaten von Europa” schaffen. Die Chancen dafür stünden derzeit aber denkbar schlecht, habe Varoufakis laut “Welt” eingeräumt. 

Was ihr zu Varoufakis noch wissen müsst:

Während der Eurokrise wurde Varoufakis zu einer der kontroversesten Figuren der europäischen Politik. Immer wieder provozierte er Berlin oder andere Länder während der Schuldenkrise Griechenlands mit Forderungen nach einem Schuldenschnitt. 

Varoufakis will wieder zurück in die Politik. Zur Europawahl 2019 plant er eine Kandidatur seiner transnationalen Bewegung DiEM25.

Mit Material der dpa.