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03/03/2018 12:36 CET | Aktualisiert 03/03/2018 14:44 CET

Österreich: Krebskranke probiert Alternativmedizin – mit schrecklichen Folgen

Die Frau war an Krebs erkrankt und hoffte, durch die Ayurveda-Behandlung wieder gesund zu werden.

Land Oberösterreich
Kläranlage in Oberösterreich
  • Eine krebskranke Frau aus Österreich hat Medizin aus Indien importiert, die extrem hohe Quecksilberwerte aufwies 
  • Die Reste davon haben nun im regionalen Klärwerk großen Schaden angerichtet

In Oberösterreich hat eine krebskranke Frau sich selbst und die Umwelt vergiftet. Das berichten österreichische Behörden in einer Pressekonferenz.

Im Bezirk Vöcklabruck in Oberösterreich haben die Angestellten einer Kläranlage vergangene Woche festgestellt, dass die Quecksilberwerte im Wasser extrem erhöht waren.

Daraufhin kontrollierten sie sofort die Zuflüsse aus Fabriken und Zahnarztpraxen, konnten aber keine Spur entdecken. 

► Mit einem speziellen Verfahren konnten sie die Quecksilberpartikel dann aber genau zurückverfolgen – zu einem 17 Kilometer entfernten Haus. 

Zehn Kilo Alternativmedizin aus Indien

In dem Mehrparteienhaus in St. Georgen am Attersee konnte laut dem Behördenbericht anschließend die Wohnung einer Frau als Quelle der Verunreinigung ausgemacht werden.

►  Diese hatte nach eigenen Angaben ein Wellness-Center in Indien besucht.

Dort habe man ihr verschiedene Cremes und Puder mitgegeben, insgesamt fast zehn Kilogramm. Die Frau war an Krebs erkrankt und hoffte, durch die Ayurveda-Behandlung wieder gesund zu werden. 

►  In den Substanzen fand sich auch das Quecksilber wieder. Die Creme enthielt 27 Prozent des giftigen Stoffes, das Pulver 36 Prozent. 

Die Frau hatte sich damit bereits stark vergiftet und ist nun in medizinischer Behandlung. 

100.000 Euro Umweltschäden

Der Klärschlamm aus der Anlage, der durch das Pulver und die Cremes kontaminiert wurde, muss nun aufbewahrt und fachgerecht entsorgt werden. Die Reinigungsaktion wird fast 100.000 Euro kosten.

Ob die Frau dafür aufkommen muss, ist unklar.   

(lm)