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05/12/2018 11:44 CET | Aktualisiert 05/12/2018 14:12 CET

Mann kann nur Flüssiges zu sich nehmen, weil Ärzte Fehldiagnosen stellten

Als seine Krankheit endlich erkannt wurde, lag seine Überlebenschance bei 38 Prozent.

Eugenio Marongiu via Getty Images
Zahnärzte stellten dem Briten Fehldiagnosen.
  • Ein Brite kann heute keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen.
  • Der Grund dafür waren zwei Fehldiagnosen von Ärzten, die seine Beschwerden über Monate hinweg als harmlos eingestuft hatten.

Gary Rasmussen ist bis zu seiner Krebsdiagnose ein Liebhaber von gutem Essen und Wein gewesen. Doch aufgrund zweier Fehldiagnosen kann er nur noch flüssige Nahrung zu sich nehmen, Alkohol bleibt ihm seither ganz verwehrt.

Vor mehr als fünf Jahren fing die Krankheitsgeschichte des ehemaligen royalen Butlers an.

Der damals 61-Jährige suchte im April 2013 einen Zahnarzt auf, da er eine ungewöhnliche Verletzung in seinem Mundraum untersuchen lassen wollte. Das berichtete unter anderem das englische Onlinemedium “Newsshopper”.

Zahnarzt diagnostiziert harmloses Geschwür

Der Arzt beruhigte den Mann allerdings, dass es sich dabei nur um ein harmloses Mundgeschwür handele. Er verschrieb seinem Patienten daraufhin eine Schmerzsalbe und schickte ihn wieder nach Hause.

Über Monate hinweg wurde das Geschwulst im Mundraum nicht besser, weshalb der Brite nach einigen Monaten einen anderen Zahnarzt aufsuchte.

Auch der erkannte nicht, was Rasmussen fehlte.

Stattdessen entfernte er dem 61-Jährigen seinen rechten oberen Weisheitszahn, von dem er dachte, das er für die Veränderung im Mundraum verantwortlich sei. Der Zahnarzt habe sonst nichts gefunden, das “nicht gepasst” hätte. 

Doch das Geschwür wuchs weiter, die Schmerzen wurden stärker und ihm wurde ein zweiter Weisheitszahn unten gezogen. 

Mehr zum Thema:Junge hat Probleme zu sprechen, dann schaut ein Zahnarzt in seinen Mund

Nach zwei Fehldiagnosen steht fest: Der Mann hat seit Monaten Krebs

Am Ende des Jahres suchte er erneut einen Zahnarzt auf und bat um eine Biopsie, die seine größte Angst bestätigen sollte: Der Mann litt unter Mundkrebs. 

Der Zeitung sagte er: “Ich bin komplett zusammengebrochen, als ich die Diagnose erhalten habe. Es hat sich angefühlt, als wären meine ganzen Sorgen in den letzten Monaten komplett ignoriert worden.” 

In der Zeit, die seit Beginn seiner Beschwerden bis hin zur Diagnose vergangen war, wuchs der Tumor in seinem Mund auf eine schwer operable Größe. Dennoch entfernten die Ärzte dem Mann bei einer 14-stündigen Operationdie bösartige Gewebeveränderung, ein Teil seines Kiefers sowie fünf Zähne.

“Danach hatte ich eine sechswöchige Chemotherapie, die die absolute Hölle war. Ich hatte Schmerzen, musste viel erbrechen und hatte Wunden im Mund”, berichtete der damals 61-Jährige weiter. 

Chemotherapie und weitere Operationen folgen

Der “Daily Mail” berichtete er, dass er ohne die Chemotherapie eine Überlebenschance von nur 38 Prozent gehabt hätte. Darauf folgte eine sieben Monate lange Rehabilitationsphase, in der er sich weiteren Operationen unterzog, um seinen Rachen vergrößern zu lassen – damit er wieder richtig essen und trinken kann. Doch das klappt bei dem mittlerweile 67-Jährigen bis heute nicht. 

“Mein Rachen hat ungefähr nur ein Viertel der Größe einer normalen Speiseröhre. Das heißt, dass ich selbst einfache Mahlzeiten wie Haferbrei pürieren muss – und dann dauert es 45 Minuten für mich diesen zu essen.”

Bis heute nehme es ihn sehr mit, dass seine Krankheit nicht früher erkannt wurde. Die Fehldiagnosen der Ärzte führten dazu, dass er seinen Job im Buckingham Palace aufgeben musste und stark an Lebensqualität einbüßen musste.

Wie die “Daily Mail” berichtet, erhielt er dafür eine Entschädigung von umgerechnet rund 110.000 Euro.

Laut Ärzteverband ist eine Fehldiagnose dieser Krebsart übrigens nicht selten. Aufgrund des nur bedingten Bekanntheitsgrades der Krankheit leiden viele Betroffene oftmals unbemerkt an Mundkrebs. 

(nmi)