GOOD
01/10/2018 17:11 CEST

Krebs beim Kind: Therapeutin verrät, wie ihr betroffenen Familien helfen könnt

“Wenn ein Kind erkrankt, fühlen sich Eltern schnell isoliert.”

FatCamera via Getty Images
Der Schlauch der Chemo-Infusion ist der permanente Begleiter vieler krebskranker Kinder (Symbolbild)
  • Der Podcast “Ostwärts – eine Ode an den Osten” stellt ostdeutsche Unternehmen und Organisationen vor, die etwas Positives bewegen wollen.
  • In der aktuellen Folge geht es um den Verein Sonnenstrahl e. V. der sich um krebskranke Kinder und deren Familien kümmert.

Uniklinik Dresden, 9 Uhr: Antje Herrmann, Geschäftsführerin von Sonnenstrahl e.V. begrüßt uns in den Gängen des bunten Mildred-Scheel-Hauses, in dem die Kinderonkologische Tagesklinik sitzt. Im Hintergrund hört man Trommelgeräusche und ein vor Freude jauchzendes Kind.

Hannas Musiktherapie hat gerade begonnen. In dem sterilen Raum ist der Boden übersät mit Rasseln, Schellen, Klanghölzern und vielem mehr was Krach macht.

Vorsichtig dreht sich die Zweijährige im Kreis, wählt ihre Bewegungen mit Bedacht, denn der Schlauch der Chemo-Infusion ist ihr permanenter Begleiter. Um sie herum: ihre Eltern und ihre Musiktherapeutin.

Im März 2018 kam Hanna ins Krankenhaus weil sie Durchfall hatte. Lange wussten die Ärzte nicht was ihr fehlt. Dann die erschreckende Diagnose: Die Zweijährige hat eine Tumorerkrankung, die nur etwa drei Menschen im Jahr in Deutschland bekommen.

Eltern krebskranker Kinder brauchen Unterstützung

Seitdem ist sie mit kurzen Unterbrechungen auf der Station. Heute ist ein guter Tag, denn wenigstens hat die Kleine kein Fieber. Ihre Eltern beobachten jeden Schritt, den sie macht in dem kleinen Musikzimmer, sorgenvolle Blicke huschen kurz über ihr Gesicht.

Mehr zum Thema:  Ich habe unheilbaren Krebs – trotzdem werde ich nie aufhören zu kämpfen

Tagsüber sind sie jede freie Minute bei ihrer Tochter. Nur zum Schlafen gehen sie ins Sonnenstrahl-Haus, um Kraft zu sammeln für den nächsten Tag.

“Ihr Kind hat Krebs– wie es sich anfühlt, diese vier Worte zu hören, kann sich wohl kaum jemand vorstellen. Und nach dem ersten Schock, folgen weitere Probleme. Dann ist das Team von Sonnenstrahl e.V. aus Dresden für die Betroffenen da.

“Wenn ein Kind erkrankt, fühlen sich Eltern schnell isoliert”, erklärt Ulrike Grundmann, Leiterin des Psychosozialen Bereiches.

Oft würden Freunde aus Betroffenheit und Unsicherheit keinen Kontakt mehr zu den Familien pflegen, “weil sie Angst haben, etwas Falsches zu sagen.”

Wie Sonnenstrahl e.V. den Familien in der dunkelsten Stunde Licht spendet, erfahrt ihr in der neuen Folge Ostwärts.

Auch die HuffPost hat seit Juni einen Podcast über Ostdeutschland. In “Borschtsch und Bananenweizen” widmen wir uns mit den Interviewgästen den Themen, die in der Tagesberichterstattung häufig zu kurz kommen. Über das Banner gelangt ihr auf eine Übersicht der bisherigen Folgen:

(amr)