POLITIK
10/12/2018 07:10 CET | Aktualisiert 10/12/2018 16:05 CET

Konservativer CDU-Flügel schießt gegen AKK: "Es brodelt gewaltig"

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dpa
Die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Vorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch.

► Nach dem knappen Wahlsieg der neuen Parteivorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) wächst vor allem beim rechten Flügel in der CDU die Sorge vor einer Kluft zwischen den Parteiflügeln.

► Während AKK in der CDU keine Spaltung in Sachfragen sieht, widersprach ihr der Vorsitzende der konservativen Werteunion, Alexander Mitsch, vehement.

► In der “Augsburger Allgemeine” sagte er: 

Es brodelt gewaltig, Annegret Kramp-Karrenbauer muss die tiefe inhaltliche Spaltung der Partei überwinden, indem sie den Wirtschaftsliberalen und Konservativen die Hand entgegenstreckt.”

► Der Werteunion-Chef forderte von der neuen CDU-Chefin ein starkes Angebot zur Zusammenarbeit. “Paul Ziemiak ist das nicht”, sagte Mitsch und ging auf Distanz zum neuen CDU-Generalsekretär.

Warum es im Konflikt in der CDU geht:

 

Kramp-Karrenbauer hatte am Sonntagabend in der ARD-Sendung “Anne Will” betont, es gebe bei vielen Themen keine großen inhaltlichen Unterschiede zwischen Friedrich Merz, Jens Spahn und ihr. Die beiden Konservativen hatten ebenfalls für den CDU-Vorsitz kandidiert, unterlagen aber. 

Viele Beobachter sahen in der Wahl Ziemiaks zum neuen Generalsekretär ein klares Signal, den konservativen Flügel in die künftige Arbeit mit einzubeziehen.

Laut Mitsch seien aber weitergehende Maßnahmen bei den Christdemokraten nötig. Er fordert, dass “exponierte Wirtschaftsfachleute wie Friedrich Merz oder Carsten Linnemann Aufgaben im Bundeskabinett übernehmen” sollen. 

Entscheidend sei, so Mitsch, dass sich in der CDU inhaltlich etwas bewege. “Die CDU muss jetzt dringend auch ihr wirtschaftspolitisches Profil schärfen und dafür sorgen, dass sich Leistung wieder stärker lohnt in Deutschland.”

Was der Vize-CDU-Chef Strobl zum Streit sagt:

Auch der stellvertretende CDU-Chef Thomas Strobl äußerte sich in der “Augsburger Allgemeinen” über den nur knapp unterlegenen Kontrahenten Merz. Dieser solle zu seiner Ankündigung stehen und künftig wieder in der Partei mitarbeiten. “Ein Mann, ein Wort”, sagte er.

► Strobl warnt zugleich vor einer Debatte um eine Spaltung der Partei, vor allem angesichts des knappen Ausgangs der Vorsitzenden-Wahl. “Mein Eindruck ist ein ganz anderer: Dieser harte, aber faire Wettbewerb hat der CDU gut getan und tut ihr gut“.

Der baden-württembergische Innenminister zeigte sich überzeugt, dass die neue CDU-Chefin die Partei wieder einen werde. AKK besitze Strobl zufolge “die notwendige Kompetenz zur Integration und die Fähigkeit zum Zusammenführen”.

(mf)