POLITIK
15/06/2018 09:17 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 11:32 CEST

Claudia Roth will AfD-Hass nicht mehr hinnehmen – und macht Ansage

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NurPhoto via Getty Images
Claudia Roth auf dem Parteitag der Grünen im Juni 2017. 

► Die Grünen-Politikerin Claudia Roth hat sich für einen härteren Kurs gegen die Alternative für Deutschland (AfD) ausgesprochen. 

► Sie könne das Argument, die AfD werde sich noch selbst entzaubern, nicht mehr hören, sagte Roth dem “Spiegel”: “Mir reicht es. Vielen in Deutschland reicht es. Es ist an der Zeit, dass wir uns zusammen tun und konsequent dagegenhalten.”

► Das müsse über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg gelten. Roth warnte: “Wer immer noch meint, wir sollten nicht ‘über jedes Stöckchen’ springen und geduldig abwarten, verkennt den Ernst der Lage.”

Das ist der Hintergrund von Roths Kampfansage an die AfD: 

Roth spricht aus bitterer Erfahrung, wenn es um persönliche Hassbotschaften von AfD-Politikern und -Anhängern geht.

Der letzte Vorfall, nachdem sie Ziel von Attacken wurde: Die Instrumentalisierung des Mordes an der jungen Susanna durch die AfD. 

► Die Partei hatte im Bundestag entgegen der Geschäftsordnung zu einer Schweigeminute aufgerufen. Als für die Sitzung verantwortliche Parlamentspräsidenten hatte Roth diese unterbrochen. 

Die AfD hatte in der Folge Roth auf ihren Kanälen in den sozialen Medien angeprangert. Laut Informationen des “Spiegel” bekam die Grüne daraufhin hunderte Hassmails und 11.800 Hasskommentare auf Facebook geschickt. 

Mehr zum Thema: Mordfall Susanna: Claudia Roth macht AfD-Abgeordneten schwere Vorwürfe

So äußerte sich Wolfgang Schäuble zu den AfD-Attacken auf Roth: 

Zu diesen Hassbotschaften hatte sich am Donnerstagmorgen auch Bundestagspräsident Wolfang Schäuble geäußert

Er habe wegen des Hass, den Posts der AfD gegen Claudia Roth ausgelöst hatten, sogar überlegt, Polizeischutz für die Grüne zu beantragen. 

“Ein einzelner Abgeordneter oder eine Fraktion darf den Bundestag nicht einseitig für eine Schweigeminute vereinnahmen wollen”, kritisierte Schäuble die Instrumentalisierung eines “furchtbaren Mords” durch die AfD.

Diese “Instrumentalisierung von Opfern” sei mit der Würde des Parlaments nicht vereinbar. 

(mkl)