WIRTSCHAFT
22/02/2018 12:08 CET | Aktualisiert 25/02/2018 13:28 CET

Harvard-Professor: Diesen Kommunikationsfehler machen fast alle Menschen

"Wer diesen Fehler überwindet, ist glücklicher im Leben und erfolgreicher im Job."

  • Viele Menschen – besonders intelligente – machen in der Kommunikation einen bestimmten Fehler
  • Ein Experte gibt vier Tipps, mit denen ihr diesen Fehler vermeiden könnt – und sehr viel Frustration
  • Im Video oben: Neun einfache Ratschläge – so verbringen erfolgreiche Menschen ihr Wochenende

“Es gibt viele Schlachten in der Geschichte, die verloren wurden, weil stümperhaft kommuniziert worden ist”, sagt Steven Pinker. Pinker ist Psychologe, Linguist, Autor zahlreicher Bestseller – und Professor an der Harvard University. 

Und laut Pinker gibt es ein Phänomen, das für die meisten Missverständnisse verantwortlich ist: den Fluch des Wissens.

Dabei gehe es um ein “kognitives Vorurteil”, sagt Pinker dem Portal “CNBC Make it”. “Wenn man etwas weiß, dann ist es außerordentlich schwierig, zu wissen, wie es ist, das nicht zu wissen.”

► Das eigene Wissen scheine so offensichtlich, dass man versucht sei, anzunehmen, dass jeder Mensch dasselbe Wissen habe.

Wegen des Fluchs des Wissens überschätzen sich viele Menschen

Die Erkenntnis über das Phänomen ist nicht neu. Schon in den 1970er Jahren beschäftigten sich Wirtschaftswissenschaftler damit. Für den Menschen, der das Wissen hat, das dem anderen fehlt, ist es schwierig, sich in den anderen hineinzuversetzen. Er kann dieses Wissen oft nicht an andere weitergeben, so dass diese es verstehen können. 

► In einem Experiment teilten Psychologen eine Gruppe in zwei Teile: die Zuhörer und die Klopfer. Die Klopfer sollten an ein Lied denken und dann versuchen, das Lied rhythmisch auf einen Tisch zu klopfen, während die Zuhörer herausfinden sollten, welches Lied da geklopft wird.

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Die Klopfer waren sich zu 50 Prozent sicher, dass die Zuhörer den Song erraten. Doch das Resultat war ernüchternd: Nur 2,5 Prozent der Zuhörer erkannten den Song. Die Klopfer schätzten ihre Erfolgsrate also 20 Mal höher ein, als sie tatsächlich war.  

Der Mensch, der unter dem Fluch des Wissens leidet, benutzt also eine gewisse Sprache, die die meistenMenschen nicht verstehen – einfach, weil er gewisse Schritte und Erklärungen überspringt, die für ihn glasklar sind. Für seine Zuhörer aber nicht. 

Doch ihr könnt den Fluch loswerden. Pinker empfiehlt diese vier Schritte: 

1. Probiere es aus

Wer eine Rede hält oder auch nur ein Memo schreibt, sollte die Botschaft, die er vermitteln will, anderen zeigen – und sie ernsthaft nach ihrer Meinung fragen. “Du wirst schockiert sein”, sagt Pinker. Denn in sehr vielen Fällen ist das, was für einen Menschen offensichtlich sei, einem anderen komplett unbekannt. Und das müsse niemand aus einem komplett anderen Feld sein, sagt der Harvard-Professor.

2. Sei vorsichtig in deiner Wortwahl

“Wörter sind nicht der letzte Punkt in der Kommunikation. Sie sind ein Fenster zur Welt”, sagt Pinker. Mit Wörtern würden wir mentale Bilder erzeugen, Geschichten erzählen und Ideen fördern. Deshalb sei es wichtig, Wörter zu verwenden, die den Menschen helfen, das was man meint, auch zu verstehen – und keine Wörter, die sie verwirren oder ablenken.

► Also: einfache Wörter statt Fachtermini und obskuren Metaphern.

3. Nimm eine Pause

Pinker empfiehtl, eine Pause einzulegen, wenn man eine Rede oder ein Memo verfasst. “Man ist oft überrascht, wie rätselhaft die eigenen Worte nach einer gewissen Zeit oft sind.”

4. Schreibe alles noch einmal um

“Nimm mehrere Anläufe, um alles noch einmal umzuschreiben, mit dem einzigen Ziel, den Vorschlag klarer zu machen”, sagt Pinker. “Frag dich bei jedem Satz: ‘Ist das wirklich überzeugend für jemand anderen außer mich und meinen besten Freund?’”

Wer es schaffe, seine Botschaft für andere klar zu verkaufen, der wird glücklicher in seinem Leben und erfolgreicher in der Karriere sein, sagt Pinker. 

“Wenn wir mehr dem klaren Schreiben und der klaren Kommunikation mehr Aufmerksamkeit schenken würden, dann würden wir vieles verbessern”, sagt der Harvard-Professor CNBC.

“Wir würden das Business effizienter machen, wir könnten Erziehungs- und Regierungsarbeit verbessern. Und wir wären in unserem Alltag viel weniger oft frustriert.”