POLITIK
13/12/2017 16:07 CET | Aktualisiert 13/12/2017 19:04 CET

"Krabbelgruppe": Die 7 gehässigsten Reaktionen auf Schulz' neuen Koalitionsvorschlag

"Die sollen sich jetzt an den Tisch setzen mit uns und arbeiten."

Fabrizio Bensch / Reuters
Koko oder Nicht-Koko? SPD-Vorsitzender Martin Schulz und Fraktionschefin Andrea Nahles
  • Die SPD hat mit ihrem Vorschlag einer Kooperationskoalition (KoKo) mit der Union für Spott gesorgt
  • Wir haben die 7 gehässigsten Reaktionen gesammelt

Was wie der niedliche Name eines Haustieres klingt, soll Deutschlands nächste Regierung werden. Zumindest nach dem Willen der SPD. Gemeint ist die KoKo. Die Abkürzung steht für Kooperationskoalition.

Eingebracht hatte dieses Regierungsmodell SPD-Chef Martin Schulz am Montag bei einer Fraktionssitzung, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. Dabei sollen nur bestimmte Kernprojekte im Koalitionsvertrag verankert werden - andere bleiben dagegen offen.

Ein flexibles Modell. Von “einer Art offenen Ehe”, sprach die “Tagesschau” bereits am Montag.

Tatsächlich löste der Vorschlag von Schulz Kritik in den Reihen der Union und bei den anderen Parteien aus. CDU-Vize Julia Klöckner nannte die Idee “ein bisschen Tolerierung, für ganz großes Rosinenpicken der SPD, die sich nicht richtig traut.”

Viele der Wortmeldungen fielen noch deutlich hämischer aus. Hier sind die 7 gehässigsten Reaktionen von Politikern und den Medien:

Mehr zum Thema: “Therapiegruppe der SPD”: So hitzig diskutieren die Parteien eine KoKo – doch was würde sie bedeuten?

1. Die Gruppentherapie

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: “Wir können ja nicht die Therapiegruppe für die SPD abgeben.”

Bouffier hält wechselnde Mehrheit, wie eine KoKo es erfordern würde, nicht für stabil genug.

2. Die Krabbelgruppe

Ebenso sieht es Bayern Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Er sagte in München über die SPD: 

“Die sollen sich jetzt an den Tisch setzen mit uns und arbeiten – und nicht ständig solche Vorschläge, die man mehr aus der Krabbelgruppe kennt, auf den Tisch legen.”

3. Ein kleines bisschen schwanger

Auch die CDU-Vizechefin Klöckner trat noch einmal nach. Auf Twitter schrieb sie: “Volle Ministerposten, aber bloß keine volle Regierungsverantwortung haben wollen.” 

Und fügte hinzu: “Ein bisschen schwanger sein gibt’s nicht. Entweder hop oder top.”

4. KoMo?

Klöckner hatte mit ihrem Tweet auf eine Nachricht von FDP-Politiker Volker Wissing geantwortet. Der hatte getwittert: “KoMo = Komisches Modell? Die SPD sucht nach einem Modell, wie sie regieren, Minister stellen, aber gleichzeitig Opposition sein kann.”

5. Ein Wellensittich

Wissing war nicht der einzige Politiker der FDP, der über das neue Koalitionsmodell der SPD spottete. 

Die Vize-Bundesvorsitzende der Liberalen, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, reagierte auf die “Therapiesitzungs”-Äußerung von Bouffier:

“Was hat Volker Bouffier eigentlich gegen meinen Wellensittich? Natürlich ist der nicht der Therapeut der SPD. Dazu ist er viel zu zielstrebig. #Koko”

6. Schizophren

Auch in der Presse kam der Vorschlag von Schulz überwiegend schlecht weg. Der Berliner “Tagesspiegel” titelte: “Die ‘Koko’ ist in der Tat ein bisschen ‘schizo’”.

Der Vorschlag einer Kooperationskoalition sei nur eine Taktik, glaubt der “Tagesspiegel”. “Bloß was ist eine Taktik wert, wenn sie jeder durchschaut?”, heißt es in dem Kommentar. Die SPD müsse sich also entscheiden: Regieren oder Opposition. Und nicht auf “schizo” machen.

7. Kotzi, Ko-Opi, Koko oder doch wieder Kohl

Besonders die Wochenzeitung “Zeit” hat die Koko in einem Kommentar auf die Schippe genommen. “Wenn man die Groko in Koko (Schwarz-Rot) umbenennt, klingt das sehr frisch. Um nicht zu sagen fresh”, heißt es da.

Aber eigentlich ändere sich damit ja doch nichts, so der Tenor. 

“Eine Koalition ist zwar per se eine Kooperation, aber wenn man die beiden Begriffe zusammenfügt, hat man eine total neue Phrase. Das wäre ähnlich innovativ wie eine Kooperationszusammenarbeit (Kotzi), Kooperationskoitus (Ko-Opi) oder die berühmte Kooperationsvermählung (Kohl).”

Damit hören die Vorschläge der “Zeit” allerdings noch nicht auf: “Ob ‘Koalition Stendhal’ (Rot und Schwarz) oder ‘Koalition Kiwi’ (Schwarz-Grün), ‘Ikea’ (FDP-AfD), ‘Esso-Koalition’ (SPD-AfD) oder ‘Rot-Rot’ (Rot-Rot)”, zählt der Kommentar auf.

Um dann den Trubel um die KoKo auf den Punkt zu bringen: “Etwas Altes umzubenennen ist immer eine Riesenaufregung.”

(lp)