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21/04/2018 16:22 CEST | Aktualisiert 22/04/2018 14:18 CEST

Frau schmuggelt Kokain im Wert von 12,6 Millionen Euro – für Instagram-Likes

Insta-Fame um jeden Preis!

Melina Roberge/Facebook
Melina Roberge und Isabelle Lagacé wollten Likes – und gehen dafür jetzt ins Gefängnis.
  • Die Kanadierin Melina Roberge hat rund 100 Kilogramm Kokain geschmuggelt
  • Dafür reiste sie sechs Wochen lang mit einem Luxusschiff um die Welt 

“Ich habe eine lebenslange Haftstrafe riskiert, nur um Selfies an exotischen Orten zu machen”, sagte die 24-jährige Melina Roberge vor Gericht. “Das alles für Likes auf Instagram, Aufmerksamkeit und eine 13.000 Euro teure Luxuskreuzfahrt, die ich mir nie hätte leisten können.”

Wie der US-Sender CNN berichtet, gab die Kanadierin zu, 2016 versucht zu haben, fast 100 Kilogramm Kokain nach Australien zu schmuggeln. 

Der “Sugar Daddy” machte sie zur Drogen-Schmugglerin

Die Kanadierin lernte 2015 einen reichen Mann kennen, dessen Identität sie allerdings während des gesamten Prozesses nicht preisgab, aus Angst um ihre Familie. Sie nannte ihn immer nur “Sugar Daddy”. 

Dieser hatte sie nach Marokko eingeladen und dort erstmals ins Drogengeschäft eingeführt. Direkten Kontakt mit den Substanzen habe sie nie gehabt, behauptet Roberge. Sie sei einfach nur anwesend gewesen, um schön zu sein, und vom eigentlichen Geschäft abzulenken. 

2016 begaben sich Roberge, ihre Komplizin Isabelle Lagacé (29) und ein weiterer involvierter Mann, Andre Tamin (65), dann also auf die Kreuzfahrt, um einen größeren Coup durchzuführen. 

Roberge gab an, damit auch Schulden, die sie in Kanada hatte, begleichen zu wollen. Der Trip war komplett finanziert, und es gab 4000 Euro für sie oben drauf. 

Die Reise ging von England nach Irland, USA, über Bermuda nach Kolumbien, Panama, Ecuador, Peru, Chile und anschließend nach Australien. 

Ein Armutszeugnis für die gesamte Generation

Wo genau das Kokain dann an Bord gebracht wurde, weiß Roberge allerdings nicht. Sie vermutet in Peru, da sie mehr Aktivität auf dem Schiff beobachtet hatte. 

Die Richterin Kate Traill verurteilte Roberges Motivation hinter dem Verbrechen als ein “Armutszeugnis” für ihre Generation. Ihre Altersgruppe versuche ein Leben zu leben, in dem “Likes” wie eine Währung seien. 

“Sie hatte versucht ein glamouröses Leben auf Instagram zu leben. Sie wollte, dass andere eifersüchtig sind. Das sind sie jetzt bestimmt nicht mehr.” 

2016 hatten Spürhunde das Kokain an Bord des Luxusdampfers entdeckt. Die beiden Mädchen wurden nun in Australien jeweils zu vier Jahren und vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Den Rest der insgesamt achtjährigen Rest Strafe werden sie höchstwahrscheinlich in Kanada absitzen.  

(ame)