POLITIK
18/08/2018 18:07 CEST | Aktualisiert 19/08/2018 11:41 CEST

Kofi Annan: Kurz vor seinem Tod richtete er eine dringende Warnung an die Welt

"Wir haben Grund zur Sorge über den Zustand der Welt."

AFP Contributor via Getty Images
Kofi Annan bei einer Rede in London.
  • Kofi Annan war nicht nur ein Kämpfer für den Frieden – sondern auch für eine nachhaltige Welt. 
  • Wenige Monate vor seinem Tod warnte der frühere UN-Generalsekretär allerdings: Die Politik ist dabei, den Kampf gegen den Klimawandel zu verlieren.

Kofi Annan war so etwas wie das moralische Gewissen in der Welt. Unermüdlich setzte sich der Diplomat für den Frieden in der Welt ein und schreckte in seiner Zeit als UN-Generalsekretär auch nicht davor zurück, Kriegsverbrechen der USA anzusprechen.

Am Samstag ist Annan im Alter von 80 Jahren nach kurzer Krankheit verstorben. Bis zuletzt kämpfte er für den Frieden – und auch für eine nachhaltige Entwicklung der Welt: Im Klimawandel sah der gebürtige Ghanaer eine der größten Bedrohungen für die Menschheit.

Kurz vor seinem Tod war Annan allerdings alles andere optimistisch, dass die Regierungen auf der Erde dem Klimawandel gewachsen sind. Auf dem Weltklimagipfel “One Planet” in Paris sagte Annan: 

“Wir haben Grund zur Sorge über den Zustand der Welt. Ehrlich gesagt, stecken wir in Schwierigkeiten.”

Warum Kofi Annan eine düstere Vorhersage machte

Die Welt habe schon früher Herausforderungen überstanden.

Aber für Annan gab es einen bedeutenden Unterschied zwischen heute und früher: “In der Vergangenheit, wenn wir diese Art von Krise durchlebt haben, hatten wir Anführer, die den Mut und eine Vision hatten, um zu handeln, die verstanden, dass sie mit anderen zusammenarbeiten müssen.”

Die Aussagen von Annan bezogen sich unzweifelhaft auf den aktuellen US-Präsidenten Donald TrumpDer hatte Monate vor Annans Rede den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt.

Der Kampf gegen den Klimawandel

Das Abkommen ist die Nachfolge-Vereinbarung des Kyoto-Protokolls und eine der größten Errungenschaften der modernen Diplomatie. 196 Staaten haben sich im Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt, gemeinsam die globale Erderwärmung zu begrenzen.

Ziel ist es, die Erderwärmung unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. Klimaforscher gehen davon aus, dass sich die Erde allerdings schon um ein Grad erwärmt hat – und die Chancen für das Einhalten des Zwei-Grad-Ziels bei der derzeitigen Entwicklung bei Eins zu Zwanzig liegen. 

Klimawissenschaftler verschiedener Universitäten sind überzeugt, dass eine Erwärmung von 3,5 Grad Celsius das Fortbestehen der menschlichen Zivilisation gefährden würde.

Annan hatte also allen Grund, besorgt zu sein. 

(jg)