POLITIK
07/03/2018 18:06 CET | Aktualisiert 07/03/2018 18:07 CET

Kita-Studie offenbart: Immer mehr Kinder stammen aus armen Familien

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Mehr als die Hälfte von 2400 befragte Kita-Leiter aus ganz Deutschland geben in einer Studie des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) an, dass der Anteil der Kinder aus armen Familien zunehme.

► Außerdem beklagen über 80 Prozent der Erzieher mangelnde Wertschätzung seitens der Politik. 

► Die Erzieher – zu 95 Prozent Frauen – leiden auch unter dem hartnäckigen Vorurteil, sie seien noch “die Spiel- und Basteltanten”, wie Haderlein berichtete.

Darum ist die Kita-Studie wichtig:

Nur die Hälfte der Einrichtungen verfügte über spezielle Angebote für Kinder aus armen Familien, erklärte der Sozialwissenschaftler Prof. Ralf Haderlein am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie in Düsseldorf.

Über die mangelnde Wertschätzung klagte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann: “Das müsste Politikern die Schamesröte ins Gesicht treiben.” Und: “Die Politik lässt ihren Versprechungen keine Taten folgen.” 

Was ihr noch über die Situation der Erzieher wissen müsst:

Bis 2025 droht laut der Studie bundesweit eine Fachkräftelücke von rund 300.000 Beschäftigten – etwa ein Viertel davon im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

► Derzeit arbeiten laut dem Sozialwissenschaftler Haderlein rund 700.000 Angestellte in rund 40.000 deutschen Kitas.

► Er bezifferte den bundesweiten Mehrbedarf für die Angleichung der deutschen Kita-Verhältnisse an europäische Standards auf bis zu zehn Milliarden Euro jährlich.