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06/06/2018 11:17 CEST

München: Mutter will Lutscher kaufen, dann greift Kioskbesitzer Tochter an

Alles nur, weil ihm die Bezahlung nicht passte.

RyanJLane via Getty Images
Ein Kioskbesitzer rastete aus, weil die Mutter mit Münzen bezahlen wollte. (Symbolbild)
  • Weil ein Kioskverkäufer sich über zu viel Kleingeld geärgert hat, hat er ein zweijähriges Mädchen mit Münzen beworfen und verletzt. 
  • Der Mann wurde nun zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und muss 1.800 Euro Strafe zahlen. 

Wer kennt diese Situation nicht: Im Supermarkt muss es schnell gehen, doch dann packt der Kunde vor einem sein Münzen-Sammelsurium aus und bezahlt mit Ein- und Zwei-Cent-Stücken. 

Das ist nervig, keine Frage. Doch jeder hat das Recht, sein Kleingeld loszuwerden, zumindest wenn es höchstens 50 Münzen sind. Das hat die EU in einer Verordnung festgelegt. 

Ein Kioskbesitzer in München hielt davon offenbar nicht viel und rastete anstatt dessen aus. 

Verkäufer verletzt Mädchen mit Münzen

Im Münchner Westend habe eine Mutter für ihre zweijährige Tochter einen Lutscher und für sich eine Fahrkarte kaufen wollen. Doch dem Kioskbesitzer habe die Bezahlungsmethode nicht gefallen und er sei ausgerastet. Das berichtete die Münchner “Abendzeitung”.

Die 32-Jährige habe nämlich den Betrag mit Kleingeld begleichen wollen und damit die Wut des Verkäufers entfacht. “Ich hatte Angst”, sagte die Mutter laut “Abendzeitung”. Er sei wie ein Stier vor ihr gestanden.

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Und das ist noch nicht alles.

Der 58-Jährige habe schließlich wutentbrannt die Münzen in Richtung Kinderwagen geworfen. Und habe das zweijährige Mädchen an ihrer Lippe getroffen, was zu Rötungen und einer Schwellung geführt habe. 

Freiheitsstrafe und Bußgeld

Seine gefährliche Handlung sei nun mit einer entsprechenden Strafe geahndet worden, heißt es weiter in dem Bericht. Obwohl der Verkäufer die Geschichte leugne, habe die Münchner Amtsrichterin, Ines Tauber, der Mutter Glauben geschenkt. 

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Und den bereits vorbestraften Mann zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Auch 1.800 Euro müsse der 58-Jährige an einen gemeinnützigen Verein spenden. 

Als Begründung habe die Richterin gesagt, dass der Verkäufer bereits vorbestraft gewesen sei und den Vorfall nicht bedauere. 

Tauber habe abschließend angemerkt, dass der Kioskbetreiber das kleine Mädchen noch schlimmer, wie beispielsweise am Auge, hätte verletzen können.

(ks)