ELTERN
28/11/2018 14:05 CET | Aktualisiert 28/11/2018 14:37 CET

Kinderärzte schlucken Lego-Steine und Eltern werden ihnen dafür dankbar sein

“Das sollte Eltern einiges Leid ersparen. Es sei denn der Lego-Kopf ist heiß geliebt.”

  • Sechs Kinderärzte haben Lego-Steine geschluckt.
  • Mit dem Experiment wollen sie Eltern die Angst davor nehmen, was passiert, wenn ihre Kinder kleine Gegenstände verschlucken.
  • Im Video oben seht ihr die Ärzte bei ihrem Experiment.

Kleine Kinder fassen gerne alles an und nehmen es in den Mund – ganz egal, ob es Essen, Spielzeug oder Dreck ist. Schnell gelangen schmutzige Dinge in den Kindermund oder werden manchmal sogar geschluckt. Ein Stressfaktor, der viele Eltern in Sorge versetzt. 

Doch diese Angst ist nicht immer notwendig, wie sechs Kinderärzte aus Australien und Großbritannien jetzt mit einem Selbstexperiment zeigen möchten.

Für ihre Studie, die in der Fachzeitschrift “Journal of Peadiatrics and Child Health” erschien, schluckte jeder Arzt den Kopf einer Lego-Figur – ein etwa ein Zentimeter großes Plastik-Kügelchen. 

Nach spätestens drei Stuhlgängen war der Lego-Kopf wieder aus dem Körper draußen

Sie untersuchten dann, wie lange das Plastik-Köpfchen brauchte, um den Verdauungstrakt zu passieren und welche Auswirkungen es auf den Stuhl hatte.

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Nach etwa eineinhalb Tagen oder einem bis drei Stuhlgängen waren alle Teilnehmer das Lego-Köpfchen wieder losgeworden – ganz ohne Komplikationen.

Keiner der Ärzte hatte Schmerzen oder Veränderungen im Stuhl. Doch eine der Autorinnen der Studie, Grace Leo, warnte in der britischen Tageszeitung “The Guardian” davor, das Experiment zuhause nachzuahmen.

Sie sagte, dass die Ärzte den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern wollten und Eltern die Angst vor Kleinteilen nehmen.

“Das sollte Eltern einiges Leid ersparen”

Wenn Kinder aber spitze Gegenstände schluckten oder Gegenstände, die länger als fünf Zentimeter und breiter als zweieinhalb Zentimeter sind sowie Magneten, Münzen, Batterien oder Schmerzen hätten, dann sollten Eltern zum Arzt gehen, so die Empfehlung der Kinderärzte.

Doch kleine, glatte Plastikgegenstände passierten den Körper leicht. Zwar könne es sein, dass ein kindlicher Verdauungstrakt anders auf die Plastikteilchen reagiere, doch es gäbe keine Anzeichen dafür.

“Wenn überhaupt passieren Gegenstände einen Kinderbauch wohl schneller”, heißt es in der Studie. “Wenn es nur ein kleiner Lego-Kopf ist, müsst ihr danach nicht in ihrem Stuhl suchen”, rät Leo den Eltern von betroffenen Kindern.

“Das sollte Eltern einiges Leid ersparen. Es sei denn der Lego-Kopf ist heiß geliebt.”

(ujo)