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31/01/2019 14:33 CET | Aktualisiert 31/01/2019 14:33 CET

Kinder, Privatleben und Überzeugungen: Auf diese Fragen musst du im Bewerbungsgespräch nicht antworten

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Wir alle kennen diese eine Situation: Das Herz pocht einem bis zum Hals, die Hände werden immer feuchter und gegenüber sitzt dein vielleicht zukünftiger Chef und wird dir gleich viele – mehr oder minder angenehme – Fragen stellen. Die wenigsten Bewerberinnen fühlen sich in einem Vorstellungsgespräch wohl oder freuen sich über dieses Aufeinandertreffen, doch wer einen Job haben will, kommt nicht daran vorbei. Während es Männer wohl eher weniger kennen werden junge Frauen dagegen oft gleich im ersten Gespräch nach ihrer Familienplanung gefragt. Natürlich geht es in erster Linie darum deinem Chef zu beweisen, dass du die richtige Person für diesen Job bist, doch auch du als Bewerberin musst dir nicht alles gefallen lassen. Welche Fragen dein Chef im Bewerbungsgespräch eigentlich nicht stellen darf und wie du am besten darauf antwortest, erfährst du hier.

1.Familienplanung

Natürlich würde dein Gegenüber im Vorstellungsgespräch gerne erfahren, wie es mit deiner Familienplanung aussieht und ob du eventuell sogar schon schwanger bist. Laut Gesetz ist es ihm aber nicht erlaubt solche Fragen zu stellen. Oftmals hält sie das trotzdem nicht davon ab. Daher musst du diese Frage auch nicht wahrheitsgemäß beantworten. Eine Ausnahme bilden Jobs, die nur bedingt oder gar nicht mit einer Schwangerschaft vereinbar sind.

2.Gesundheit

Nicht nur die Familienplanung ist bei einem Chef sehr beliebt, auch dein Gesundheitszustand interessiert ihn sicherlich. Wie die Onlineseite „karrierebibel.de“ berichtet, sind dein aktueller Gesundheitszustand, vergangene Erkrankungen und Krankheiten in der Familie für deinen Chef tabu und gehen ihn zudem nichts an. Doch natürlich gibt es auch hier eine Ausnahme. Laut der Onlineseite „kanzlei-hasselbach.de“ sind Bewerber, die eine ansteckende Krankheit haben oder ihren Beruf aufgrund einer schweren Krankheit nicht ausüben können, verpflichtet dies dem Arbeitgeber zu offenbaren, selbst wenn sie nicht direkt gefragt werden.

3.Privatleben

Auch das Privatleben sollte in einem Bewerbungsgespräch eigentlich außen vor bleiben. Zum Beispiel: Haben sie Schulden oder sind sie vorbestraft. Doch auch hier gilt die Ausnahme: Sind diese Informationen für den Job relevant, müssen die Fragen richtig beantwortet werden. Beispielsweise darf ein LKW-Fahrer nach Verkehrsdelikten gefragt werden, da diese Informationen für ein Anstellungsverhältnis notwendig sind. Auch in Sachen Vermögen gibt es laut der Kanzlei Hasselbach eine Ausnahme. Sucht das Unternehmen nach einer Führungsposition muss der Bewerber dem Arbeitgeber einen Einblick in seine privaten Vermögensverhältnisse geben. Hier geht es in erster Linie um Zuverlässigkeit und Vertrauen.

4.Überzeugungen

„Gehören Sie einer Partei an?“ oder „Sind Sie einer Gewerkschaft zugehörig?“ sind ebenfalls unzulässige Fragen, die im Bewerbungsgespräch nicht angesprochen werden dürfen. Auch ihre religiösen Überzeugungen sind Privatsache und müssen dem Chef daher nicht offengelegt werden. Wie die Onlineseite „kanzlei-hasselbach.de“ berichtet, ist auch die Frage, ob man einer Gewerkschaft zugehörig ist, rechtlich nicht erlaubt. Ausnahmen bilden konfessionelle oder parteipolitische Arbeitgeber, die ein berechtigtes Interesse daran haben, dass sich die eigene Konfession mit der des Angestellten deckt.

Natürlich musst du immer darauf vorbereitet sein, dass dir dein Chef eine unzulässige Frage stellt. Allgemein gilt: Bleib gelassen und lass dich nicht aus dem Konzept bringen. Sei weiterhin ruhig und professionell. Auf die Frage des Chefs: „Sind sie schwanger oder planen sie in nächster Zeit Kinder?“ antwortest du am besten mit viel Humor. „Ist das eine Voraussetzung für den Job? Dann habe ich das wohl überlesen“, kannst du ihm entgegnen. Natürlich kannst du dein Gegenüber auch darauf hinweisen, dass die Frage unzulässig ist – das erfordert aber einiges an Mut. 

Du willst noch mehr darüber wissen, wie es ist im Vorstellungsgespräch über sein Kind zu sprechen? Dann solltest du die neue Folge „Professionell bleiben – Der Survival-Podcast für Frauen im Job“ nicht verpassen. Unser Gast Marisa erzählt uns, wie es für sie war im Studium schwanger zu werden und wie sie ihren Job mit der Betreuung ihres Kindes vereinbart hat. Hört rein!