ELTERN
14/08/2018 16:40 CEST | Aktualisiert 03/09/2018 09:10 CEST

Kinder: Warum sensible Phasen wichtig sind und wie man darauf reagiert

Sensible Phasen kommen in verschiedenen Altersstufen vor. Für die Eltern ist es wichtig, zu wissen, wie sie richtig reagieren, um ihr Kind zu unterstützen.

PhotoAlto/Sandro Di Carlo Darsa via Getty Images
  • In verschiedenen Altersstufen treten unterschiedliche sensible Phasen auf
  • Die Kinder verfügen während der sensiblen Phasen über eine selektive Wahrnehmung
  • Die Lernbereitschaft für ausgesuchte Themen ist in diesen Phasen ausgeprägter

Die Entdeckung der sensiblen Phasen geht auf Beobachtungen zurück, die Maria Montessori in ihrer Laufbahn bei der Zusammenarbeit mit Kindern gemacht hat.

Die Entwicklung des Menschen verläuft in unterschiedlichen Abschnitten und Stufen. In diesen Abschnitten treten bei Kindern die sogenannten sensiblen Phasen auf, in denen sich ihre selektive Wahrnehmung auf besondere Bereiche richtet. 

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Eine darauf ausgerichtete Unterstützung von den Eltern und Bezugspersonen fördert die Entwicklung des Kindes.

Die sensiblen Phasen in den einzelnen Altersstufen

Von der Geburt bis zum Alter von 18 Jahren zeigen sich stark ausgeprägte sensible Phasen in der Entwicklung eines Kindes. Man unterscheidet diese wie folgt.

  • Im Alter von 0 bis 3 Jahren nehmen Kinder vor allem Bezug auf die Sprache, die Bewegung und die Ordnung.
  • Im Alter von 3 bis 6 Jahren liegt ihr Hauptaugenmerk auf dem Bewusstsein und der Vervollkommnung.
  • Im Alter von 6 bis 12 Jahren bilden sich die Übergänge zum abstrakten Denken und zum moralischen Bewusstsein.
  • Im Alter von 12 bis 18 Jahren konzentrieren sich die Jugendlichen auf die Gesellschaft, die Politik und die Wissenschaft.

Warum die sensiblen Phasen wichtig sind

Für die Eltern ist es wesentlich, sich bewusst zu machen, dass ihr Kind in den sensiblen Phasen teilweise außerordentlich empfindlich reagiert. Dinge, die es für nicht bedeutsam hält, erhalten einen anderen Stellenwert.

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Das hängt damit zusammen, dass es für das Kind wichtig ist, bestimmte Bereiche in dieser Phase in den Mittelpunkt zu stellen und Lernerfolge zu erzielen. Hat das Kind die sensible Phase hinter sich gelassen, fällt es ihm schwerer, die Inhalte dieser Phase zu erlernen.

Wie die Eltern unterstützend wirken

Alle Kinder sind auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Es ist für ein Kleinkind wesentlich, sich in einem geschützten Bereich gefahrlos zu bewegen und auszutesten.

Ältere Kinder haben unter Umständen ein erhöhtes Informationsbedürfnis. Dies ist nicht zu unterschätzen. Generell ist es notwendig, das Kind ernst zu nehmen und es mit Geduld und Verständnis durch die Phase zu begleiten.