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21/09/2018 14:23 CEST | Aktualisiert 21/09/2018 16:35 CEST

"Nicht verbieten": So lernen Kinder einen guten Smartphone-Umgang

Wir müssen die Regeln für die heutige Zeit neu aufsetzen.

Liderina via Getty Images
Was wir wissen ist, dass es uns nicht auf magische Weise besser geht, wenn wir alle Geräte ausschalten. (Symbolbild)

Von Caroline Knorr, Common Sense Media

Glück ist ein süßer, warmer Welpe. If you’re happy and you know it, clap your hands. Don’t worry, be happy! Regeln für ein glückliches Leben sind nichts neues. Aber in letzter Zeit befindet sich unser Wohlergehen – und das unserer Kinder – im freien Fall.

Die Zahlen von Depressionen, Angststörungen und sogar Suiziden von Jugendlichen steigen an – genauso wie die Benutzung von Mobilgeräten und die ständige Erwartung dauernd online sein zu müssen.

Unsere Eltern haben es auch geschafft

Kinder heutzutage so zu erziehen, dass sie glücklich sind, ist nicht unmöglich: Viele Elterngenerationen haben es auch geschafft, auch wenn die Gefahren wesentlich schlimmer als FOMO waren. (Anm. d. Red.: eng. Fear of missing Out – die Angst, etwas zu verpassen)

Wir müssen die Regeln nur für das digitale Zeitalter neu aufsetzen.

Die Aufgabe, sicher zu gehen, dass unsere Kinder glücklich sind, hat uns vielleicht in die falsche Richtung geführt. Auch wenn die Medien und die Technik sicherlich auch einiges zu dem kollektiven Stress beigetragen haben, weiß niemand wirklich, wie sehr.

Was wir aber wissen ist, dass es uns nicht auf magische Weise besser geht, wenn wir alle Geräte ausschalten.

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Du kannst dein Kind unterstützen

Vielmehr zeigen Studien auf, dass einige Formen von Aktivitäten am Bildschirm sogar von Vorteil sein können – und wir kennen alle das warme, flauschige Gefühl, wenn wir bestimmte Medien zusammen benutzen.

Je mehr Studien über den Einfluss von Medien und Technik auf die Gesundheit unserer Kinder erscheinen, desto mehr bestätigt es, was wir schon immer über das Glücklich sein wussten: Unterstützende Beziehungen, ein Gefühl des Selbstwertes und andere positive Einflüsse sind das, was wirklich zählt.

Und während man niemanden befehlen kann, glücklich zu sein, kannst du dein Kind unterstützen, online und offline, in dem du eine Umgebung schaffst, in der es sich das Glück nehmen kann.

Diese Tipps können dir helfen, ein glückliches Kind im digitalen Zeitalter zu erziehen:

1. Werdet mutig

Mut – die Kombination von Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit, die dir hilft, dich von Enttäuschungen zu erholen – spielt eine wichtige Rolle für das Wohlergehen.

In der Schule, Online und auch bei Freunden sind Kinder oft unter Druck, etwas gleich beim ersten Mal zu erreichen. Stattdessen solltest du deinem Kind eine “wachsende Denkart” beibringen – ein Prozess des Versuchens, Versagens und des Lernens.

Wenn sie sich geschlagen fühlen, wird ihre innere Stimme sagen: “Du schaffst das!”

2. Pflegt ihren Sinn des Selbstwertes 

Likes, Kommentare und andere Umstände von einem Online-Status sind Teil von dem Social-Media-Leben unserer Kinder.

Doch es gibt einen Wendepunkt: Wenn die natürliche Neugierde, was andere über sie denken, zu einer schädlichen Fixierung auf die Bestätigung von anderen wird. Denn das kann unter anderem auch Depressionen auslösen.

Du kannst deine Kinder dagegen “impfen”, wenn du ihren Sinn für Selbstwert pflegst. Ermutige sie zu Aktivitäten und Hobbys, die ihnen ein Gefühl des Erfolgs – nach ihren eigenen Bedürfnissen – geben.

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3. Seit dankbar

Im Klaren und Dankbar sein, ist ein “Ausprobiert-und-wirksam”-Life Hack, der zu einem starken Wohlbefinden führt. Ihr könnt sogar Medien und Technologie benutzen, um den Sinn für Dankbarkeit zu entwickeln.

Probiert Seiten und Apps aus, die Kinder dazu bringt, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Schaut euch Fernsehsendungen und Filme an, die zur Dankbarkeit anregen.

Schafft zu Hause einen Rahmen der Anerkennung, in dem ihr zusammen diskutiert, für was ihr Dankbar seid. 

4. Geht nach draußen

Ernsthaft, das ist alles was ihr machen müsst. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Natur das Wohlbefinden verstärkt. Wenn du Inspiration brauchst, schau dir Natur-Filme an oder downloade Apps, die zu Freiluftaktivitäten ermutigen.

Oder legt einfach das Handy weg, schließt den Laptop, schaltet den Fernseher aus und geht spazieren.

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5. Pflegt Beziehungen

Im digitalen Zeitalter können Kinder online neue Freunde finden und schon existierende Freundschaften stärken – durch eine schwungvolle Runde mit dem Spiel “Fortnite”, ein paar Herzen auf Instagram oder auch mit einer FaceTime-Sitzung mit den Großeltern.

Aber die glücklichsten Menschen sind die, die eine beständige Balance zwischen Bildschirmen und dem Rest des Lebens finden. Und als Erwachsene sind wir diejenigen, die gesunde Gewohnheiten vorleben müssen.

Also bindet bildschirmfreie Zeit in euren Alltag ein. Steckt alles aus, damit ihr Augenkontakt herstellen könnt und eurer Familie und euren Freunden wirklich zuhören könnt – ganz ohne Störungen.

Ihr solltet Medien auf jeden Fall zusammen genießen – aber setze Limits, damit es nicht mit Angesicht-zu-Angesicht-Aktivitäten in die Quere kommt.

 

Dieser Blog erschien zuerst bei der HuffPost USA und wurde von Martina Zink aus dem Englischen übersetzt und angepasst.

(nc)