ELTERN
04/07/2018 16:10 CEST | Aktualisiert 08/07/2018 14:24 CEST

Frau kann nicht arbeiten, weil Sohn in Lebensgefahr ist – und wird gefeuert

Dann bekommt die Chefin die Rechnung dafür.

  • Weil ihr Sohn im Krankenhaus war, wollte sich eine Mutter aus den USA frei nehmen, aber hat dafür die Kündigung bekommen.
  • Nachdem die Geschichte an die Öffentlichkeit kam, verlor die Chefin ihren Job. 
  • Das Video oben erzählt die Geschichte eines Vaters, der gefeuert wurde, weil er zur Geburt seines Sohnes gefahren ist. 

Wenn das eigene Kind um sein Leben kämpft, ist das schlimm genug. Man möchte bei ihm sein und braucht den Rückhalt von Familie, Freunden und dem Arbeitsplatz. Dass der Arbeitgeber einem in einer so schwierigen Situation in den Rücken fällt und einen feuert, ist eigentlich unvorstellbar. Doch einer Mutter aus den USA ist genau das widerfahren.

Allerdings ist das noch nicht das Ende: Denn die Geschichte verbreitete sich im Internet und jetzt hat ihre unbarmherzige Chefin das Nachsehen – und ihren Job verloren. Das berichtet der regionale TV-Sender WWMT.

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Der 18-jährige Jason Fisher habe im Kinderkrankenhaus um sein Leben gekämpft, als seine Mutter Crystal Reynolds Fisher ihrem Arbeitgeber mitgeteilt habe, dass sie deshalb zwei Tage nicht zur Arbeit erscheinen könne:

“Ich möchte ihnen mitteilen, dass mein Sohn immer noch lebenserhaltende Maßnahmen braucht. Deshalb werde ich es nicht zur Arbeit schaffen, bis er wieder aus dem Bett ist. Ich kann es Sie wissen lassen, wenn es ihm besser geht. Dann kann ich problemlos wieder zur Arbeit kommen.”

Das kranke Kind und die unbarmherzige Chefin

Doch ihre Vorgesetzte im “PS Food Mart”, einem örtlichen Tankstellen-Supermarkt in Albion im US-Bundesstaat Michigan, habe eisern reagiert und ihr mit der Kündigung gedroht: “Wenn Sie nicht zur Arbeit kommen, ist das eine Kündigung.”  

Das geht aus Screenshots hervor, die die ganze emotionale Unterhaltung festhalten. Crystal Reynolds Fisher hat sie auf Facebook geteilt.

Reynolds Fisher habe daraufhin mehrfach erklärt, dass sie ihren Job behalten und auf gar keinen Fall kündigen wolle. Sie sagte auch, dass das Leben ihres Sohnes auf dem Spiel stehe. Doch ihre Chefin blieb hart und sagte, es gäbe keinen Grund, dass Reynolds Fisher nicht arbeiten könne. 

Die Mutter holte sich Hilfe

Die Chefin wollte die Unterhaltung mit der Aussage beenden, dass sie “kein Drama” wolle. Außerdem würde sie selbst sehr wohl zur Arbeit kommen, wenn ihr Kind im Krankenhaus sei. Schließlich müsse sie Rechnungen abbezahlen und sich darauf konzentrieren, ihren Laden zu betreiben

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Reynolds Fishers Facebook-Post verbreitete sich rasch in den Sozialen Medien und wurde auf Facebook bisher über 84.000 Mal geteilt.

Daraufhin entschuldigte sich die Firma bei Reynolds Fisher und veröffentlichte auch eine Stellungnahme auf Facebook:

Die Verantwortlichen vom PS Food Mart drückten dort Mitgefühl für jeden Mitarbeiter aus, der Angehörige im Krankenhaus habe, bedankten sich für die öffentliche Anteilnahme und Unterstützung für Reynolds Fisher und kündigten an, die Situation zu untersuchen. 

Am Tag darauf teilte das Unternehmen in einer weiteren Stellungnahme auf Facebook mit, dass Reynold Fishers Bitte mitleidslos und nicht vorschriftsgemäß behandelt wurde und entschuldigte sich.

Außerdem sei Reynold Fishers Chefin gekündigt worden. Der Mutter Reynolds Fisher habe das Unternehmen “alle Zeit, die sie in dieser schwierigen Situation braucht” eingeräumt. 

Auf eine Anfrage von WWMT habe Reynolds Fishers Ex-Chefin “nichts zu sagen” gehabt. 

Neuer Rückhalt in der Firma

Reynold Fishers neue Chefin teilte der Mutter des kranken Jungen mit: “Ich bete für Sie, ich bete für Sie. Das ist alles, was ich sagen kann.” 

Fisher sagte zu WWMT, dass sie sich über den Rückhalt der Firma freue. 

Nach all der medialen Aufregung kann sie diesen Rückhalt bei der Pflege ihres kranken Sohnes wohl auch gut gebrauchen. Dabei sollte solcher Rückhalt selbstverständlich sein.

“Behandelt eure Angestellten wie Menschen, auch wenn sie sich nicht an die Öffentlichkeit wenden. Wir sind alle Menschen und brauchen manchmal eine kurze Pause, um uns um uns selbst und unsere Angehörigen zu kümmern”, schreibt eine Frau auf Facebook.  

(ks)