POLITIK
17/05/2018 21:32 CEST

"Kim Jong-un wird glücklich sein": Trump macht Angebot an Nordkorea

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Kevin Lamarque / Reuters
Donald Trump bei einer Presserunde am Donnerstag im Weißen Haus. 

Donald Trump hat Nordkorea während eines Pressegesprächs im Weißen Haus einen guten Deal mit den USA in Aussicht gestellt, sollte sich das Land bereit erklären, sein Atomprogramm aufzugeben. 

Der US-Präsident sagte, das “libysche Modell” – gemeint war ein Vorgehen wie gegen Libyens Atomprogamm im Jahr 2004 – würde in Nordkorea nicht zum Einsatz kommen. “Wenn wir einen Deal mit Kim Jong-un machen, dann wird er sehr, sehr glücklich sein”, sagte Trump. 

Der US-Präsident versprach dem nordkoreanischen Diktator “sehr starke Schutzmaßnahmen”, sollte er die Verhandlungen mit den USA erfolgreich gestalten. Kim könne sein Land weiter führen, wenn er seine Atomwaffen aufgäbe. 

Darum ist Trumps Angebot an Nordkorea wichtig: 

► Trumps Äußerungen sind eine Reaktion auf die Drohung Nordkoreas, das geplante Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un abzusagen.

► Das Land hatte sich erzürnt gezeigt, dass Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton wiederholt davon gesprochen hatte, eine nukleare Abrüstung nach dem “lybischen Modell” anzustreben. 

► Trump ruderte nun also zurück – wohl um das nordkoreanische Regime zu besänftigen und den Gipfel mit Kim Jong-un nicht zu gefährden. 

Mehr zum Thema: Nordkorea-Experte: So will Trumps Sicherheitsberater einen Krieg gegen Kim Jong-un erzwingen

Das müsst ihr über das “lybische Modell” wissen: 

Lybiens ehemaliger Diktator Muammar al-Gaddafi gab sein Atomprogramm im Jahr 2004 unter Druck der internationalen Gemeinschaft auf.

Kurz nach der Invasion des Iraks hatte er es Inspektoren aus den USA, Großbritannien und der Internationalen Atomenergie-Behörde erlaubt, sein Land zu durchsuchen. Trump-Berater Bolton lobte diesen Schritt zuletzt als Maßnahme für den Umgang mit Nordkorea. 

Trump hingegen sprach am Donnerstag davon, Lybien sei damals “dezimiert” worden – ohne zu erklären, was er damit meinte. 

Nordkorea jedenfalls hat in seiner Stellungnahme klargemacht, dass es ein “lybisches Modell” mit einem umfangreichen Zugang zu seinen Atomanlagen nicht anstrebt.