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19/07/2018 22:55 CEST | Aktualisiert 20/07/2018 11:09 CEST

Kellner findet Hassbotschaft auf Rechnung – sein Chef reagiert umgehend

"Ich wusste nicht, was ich denken oder sagen sollte, mir war übel", schreibt der Kellner.

Denise Taylor via Getty Images
Eine Rechnung in einem Restaurant in Texas macht Schlagzeilen (Symbolbild).
  • Ein Kellner in Texas hat eine rassistische Verunglimpfung auf der Rechnung vorgefunden.
  • Wie der 20-Jährige den Vorfall auf Facebook kommentierte, begeisterte Internetnutzer.  

Der 20-jährige Khalil Cavil war wütend, als er die Rechnung sah. Der Texaner arbeitet als Kellner in einem Steakhouse in Odessa. Am Samstag hinterließ ihm einer seiner Kunden auf der Rechnung eine rassistische Botschaft.

Auf Facebook zeigte Cavil die Nachricht. Sein Name war auf der Rechnung umkringelt. Darüber stand: “Wir geben einem Terroristen kein Trinkgeld.”

Offenbar hatte sich die Kunde an dem arabischen Vornamen von Cavil gestört und das als Anlass für eine Hassbotschaft genommen. Der Fall sorgte in den USA landesweit für Schlagzeilen. 

Die amerikanische Gesellschaft ist aufgeheizt 

Die Stimmung im Land ist aufgeheizt: US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Einreisebann für Muslime aus einer handvoll Länder liberale Amerikaner provoziert. Zugleich ist seit seinem Amtsantritt der Hass gegen Muslime gestiegen, wie Statistiken zeigen

Die Botschaft auf der Rechnung kommentierte der Kellner in Texas zunächst trotzig. “Ich teile das, weil ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass dieser Rassismus und dieser Hass immer noch existieren”, schreibt Cavil auf Facebook. 

Über den Moment, als er die Notiz sah, sagte er: “Ich wusste nicht, was ich denken oder sagen sollte, mir war übel.”

► Doch er wolle sich von dem Hass nicht unterkriegen lassen. Er verwies auf seinen christlichen Glauben und schrieb weiter: “Ich habe beschlossen, mich davon inspirieren zu lassen, um mich dazu zubringen, die Welt zu verändern, auf die einzige Weise, die ich kenne.”

Viele feiern die Reaktion des Kellners – sein Chef erteilt dem Hass-Schreiber Hausverbot

In einem Facebook-Beitrag am Mittwoch ergänzte Cavil noch, dass es ihm nie um das Trinkgeld gegangen sei. “Es ging darum, Gespräche anzustoßen, weil ich glaube, dass sich echte Veränderungen ergeben, wenn wir anfangen, über das Thema zu sprechen.”

Er bedankte sich auch für die zahlreiche Unterstützung. Sein ursprünglicher Facebook-Post erzielte knapp 30.000 Reaktionen und unzählige Kommentare mit aufmunternden Worten. “Ich bewundere deinen Vorsatz, gut gemacht”, schrieb etwa eine Frau. 

Laut dem Chef der Steak-House-Kette hat der Schreiber der Hassbotschaft Hausverbot erhalten, wie “USA Today” berichtet. 

(mf)