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12/09/2018 15:03 CEST

Katholische Kirche: Missbrauchs-Studie zeigt erschreckende Zahlen

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Stefano Rellandini / Reuters
Papst Franziskus betet für die Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche.

► Eine aktuelle Studie offenbart das erschreckende Ausmaß der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in Deutschland. 

► Die dem “Spiegel” vorliegende Studie betrachtet den Zeitraum von 1946 bis 2014. Seither wurden 3677 Minderjährige Opfer sexueller Vergehen gezählt. 

► 1670 Klerikern wird vorgeworfen, sich des Missbrauchs schuldig gemacht zu haben.

Was ihr über den Missbrauchsskandal wissen müsst:

Für die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Studie wurden mehr als 38.000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diözesen ausgewertet.

Bei den 3677 Opfern handelt es sich um überwiegend männliche Minderjährige.

Mehr als die Hälfte der Opfer waren zum Tatzeitpunkt maximal 13 Jahre alt, heißt es in der Zusammenfassung des “Spiegels”.

Drei Viertel aller Betroffenen sollen mit den Beschuldigten in einer kirchlichen oder seelsorgerischen Beziehung gestanden haben, heißt es weiter.

Am 25. September will Kardinal Reinhard Marx die Ergebnisse der vertraulichen Studie in Fulda vorstellen.

Warum die Studie das tatsächliche Ausmaß nur skizziert:

Die Zahlen machen deutlich, wie weit verbreitet sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche ist. Und dabei ist die Dunkelziffer der Vorfälle nicht bekannt.

Es handle sich bei den Zahlen um “konservative Annahmen”: “Erkenntnisse über das Dunkelfeld wurden nicht erlangt”. Zahlreiche Akten sollen “vernichtet oder manipuliert” worden sein.

Laut einer Vizesprecherin des Vatikans, will sich der Papst im Februar mit den Spitzen der Bischofskonferenzen über die weltweiten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche beraten.

Das Treffen finde vom 21. bis 24. Februar im Vatikan statt.

(jg)