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28/06/2018 20:32 CEST | Aktualisiert 29/06/2018 07:32 CEST

Kapitän des Flüchtlingsrettungsboots "Lifeline" wird angeklagt

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dpa
"Lifeline"-Kapitän Klaus-Peter Reisch

► Der deutsche Kapitän des Rettungsschiffs “Lifeline” soll auf Malta vor Gericht gestellt werden.

► Claus-Peter Reisch werden Verfehlungen im Zusammenhang mit der Registrierung des Schiffes vorgeworfen, wie der maltesische Rechtsbeistand Neil Falzon der Dresdner Organisation Mission Lifeline am Donnerstag mitteilte. Gerichtstermin sei am Montag.

► “Wir werden unser Möglichstes tun, um diese Sache aufzuklären und sicherzustellen, dass Hilfsorganisationen nicht zum Ziel werden, weil sie Menschen in Seenot retten”, sagte Falzon. 

Was es mit den Vorwürfen auf sich hat:

Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdener Hilfsorganisation unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Das Schiff ist nur im Register des Wassersportverbandes eingetragen.

Die “Lifeline” hatte vor einer Woche 234 Migranten vor Libyen gerettet und war danach tagelang auf Hoher See blockiert, weil kein Staat ihr einen Hafen zuweisen wollte. Schließlich durfte es am Mittwoch einen Hafen auf Malta anlaufen.

Womöglich hat die jetzige Beanstandung der Registrierung auch einen politischen Hintergrund.  

Offener Brief an Innenminister Seehofer:

Die zuständige Rettungsorganisation “Mission Lifeline” hat sich deshalb nun mit einem offenen Brief mit dem Betreff “Wir retten Leben, wen retten Sie?” an Innenminister Horst Seehofer gewandt. Die Initiatoren luden ihn darin dazu ein, an einer Seenotrettungsaktion teilzunehmen und “sich die Situation vor Ort anzuschauen, die Sie nicht kennen.”