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09/04/2018 19:47 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 12:31 CEST

Lebenslanges Hotel-Verbot seit 2001: Mann verrät wahren Übeltäter

“Ich kann mich noch an den Gesichtsausdruck der Dame erinnern, als ich die Tür öffnete."

  • Ein Kanadier hat vor knapp 18 Jahren ein lebenslanges Hotel-Verbot erhalten
  • Jetzt erst teilt er seine Geschichte auf Facebook – und die ist mehr als kurios
  • Oben im Video seht ihr eine weitere kuriose Geschichte: “Mann hangelt sich an Telefonleitung aus 19. Stockwerk – weil er Hotelrechnung nicht bezahlen will”

Der Kanadier Nick Burchill nennt seine Geschichte selbst: “zu verrückt, um sie sich auszudenken”. Doch sie hat sich tatsächlich so zugetragen im Jahr 2001.

► Damals richtete Burchill ein schlimmes Chaos in einem Hotelzimmer an, dass ihm die Hotelleitung ein lebenslanges Hausverbot aussprach.

Erst jetzt, knapp 18 Jahre später, entschuldigte sich der Mann bei dem Hotel und erklärte zudem die höchst kuriose Geschichte hinter dem Saustall.

Den Text postete er auf Facebook, er wurde bereits über 7000 Mal geteilt.

Mann war wegen einer Geschäftsreise unterwegs

Burchill war bei der Royal Canadian Navy, der kanadischen Armee. Wegen einer Geschäftsreise sei er in die Stadt Victoria gereist, schreibt Burchill.

Weil seine Kameraden nicht aus seiner Gegend stammten, hätten sie ihn gebeten, er solle eine lokale Delikatesse aus seiner Heimatstadt Halifax mitzubringen. Dabei handelte es sich um eine bestimmte Salami-Wurst, die sogenannte “Brother’s Pepperoni”, wie Burchill in seinem Text schreibt.

► Der Kanadier kaufte “genug um ein ganzes Schiff” seiner Kameraden zu versorgen – nämlich genau einen Koffer.

Er berichtet weiter: “Es würde noch einige Zeit dauern, bis ich es meinen Freunden übergeben könnte. Um sicherzugehen, entschied ich, die Salami kühl zu halten. Weil mein Hotelzimmer kein Kühlschrank hatte, hing ich die Wurst ans offene Fenster. Dann ging ich spazieren – für etwa vier bis fünf Stunden.”

Es kam, wie es kommen musste. Als der Kanadier zurückgekommen sei und die Tür zu seinem Zimmer geöffnet habe, sei er vor einer ganzen Schar Möwen gestanden.

Um die 40 Möwen befanden sich in dem Hotelzimmer

Burchill erinnert sich: “Ich hatte keine Zeit zu zählen, aber es mussten um die 40 Stück gewesen sein. Sie waren in meinem Zimmer gewesen und aßen die ganze Salami.”

Das war aber noch nicht alles: Weil die Wurst-Spezialität äußerst scharf ist, hätten die Möwen kurzerhand Durchfall bekommen: “Wie zu erwarten, war das Zimmer schnell mit Möwenkot bedeckt.”

Die Vogelschar sei äußerst erschrocken über die Rückkehr des Kanadiers gewesen und sei plötzlich wie wild im Zimmer umhergeflogen, auf der verzweifelten Suche nach einem Fluchtweg.

“Ein Tornado aus Möwenausscheidungen, Federn, Salami-Brocken und Vögeln”

Burchill beschreibt die Situation mit den Worten: “Die Möwen flogen herum und krachten in alle möglichen Dinge. Das Ergebnis war ein Tornado aus Möwenausscheidungen, Federn, Salami-Brocken und ziemlich großen Vögeln, die im Raum herumschwirrten. Lampen fielen, die Vorhänge wurden verwüstet. Ich watete durch das Zimmer und öffnete die restlichen Fenster.”

► Die meisten Möwen seien sofort aus dem Hotelzimmer geflogen, doch ein gieriger Vogel habe nochmals nach einem Stück Salami zu beißen versucht.

Wütend habe der Kanadier einen seiner Schuhe genommen und ihn auf den Vogel geworfen. Die Aktion ging nicht ganz erfolgreich aus: Neben der Möwe sei auch sein Schuh aus dem Fenster geflogen – und direkt auf Passanten, die zufällig unten auf der Straße am Hotel entlanggingen.

“Ich kann mich noch an den Gesichtsausdruck der Dame erinnern, als ich die Tür öffnete”

Das Desaster sei aber auch jetzt noch nicht zu Ende gewesen: Als alle Möwen vertrieben gewesen seien, habe Burchill bemerkt, dass er gleich einen wichtigen Arbeitstermin hatte.

Also sei er nach unten zur Straße gelaufen und habe seinen Schuh geholt, der völlig verdreckt von den Vögel gewesen sei. In dem Waschbecken seines Hotelzimmers habe er den Schuh sauber machen und mit einem Fön trocknen wollen.

Doch unglücklicherweise sei auch noch der Fön in das mit Wasser gefüllte Waschbecken geflogen – und der Strom ausgefallen.

In seiner Not habe er den Zimmerservice gerufen: “Ich kann mich noch an den Gesichtsausdruck der Dame erinnern, als ich die Tür öffnete. Ich hatte absolut keine Idee was ich ihr sagen sollte, also sagte ich nur ‘Es tut mir leid’ und ging zum Termin.”

Der Kanadier erhielt lebenslanges Hotel-Verbot

Als der Kanadier zurückgekommen sei, seien seine Sachen bereits in einem kleineren Hotel-Zimmer gelegen – und Burchills’ Arbeitsgeber habe bereits eine Benachrichtigung bekommen, dass der Kanadier lebenslanges Hausverbot hat.

► Burchill erklärt nun knapp 18 Jahre später, dass er sich bis jetzt an das Hausverbot gehalten habe. Doch jetzt wolle er sich für den entstandenen Schaden entschuldigen und hoffe auf ein Überdenken des Hausverbots seitens der Hotelleitung.

Ironischerweise schließt der Kanadier seine Entschuldigung damit ab, dass die vergangenen 18 Jahre als “abgesessene Strafe angerechnet” werden könnten.

Damit hat der Kanadier Erfolg: “Ryan, der Manager des Hotels, hat meinen Entschuldigungsbrief gelesen und teilte mir mündlich mit, dass ich als Gast wieder willkommen sei”, schreibt er.

Auch die Direktorin des Fairmont Empress Hotel teilte der kanadischen Lokalzeitung “Times Colonist” mit, dass die Geschichte wahr sei: “Es ist eine dieser Geschichten, die man sich nicht ausdenken kann.”

(ll)