POLITIK
15/06/2018 11:43 CEST | Aktualisiert 15/06/2018 11:54 CEST

Integration: Muslime feiern Justin Trudeau für Botschaft zum Ende des Ramadan

Von deutschen Politikern hört man so etwas nicht.

  • Kanadas Premierminister Justin Trudeau wendet sich zum Ende des Fastenmonats Ramadan an alle Muslime. 
  • Muslime weltweit sind begeistert von seiner Geste.
  • Oben seht ihr die Videobotschaft Trudeaus.

Deutschland diskutiert über Migration und Integration, wieder einmal. Die Asyldebatte führt CDU und CSU gerade in die bisher tiefste Ehekrise.

In dieser unruhigen Zeit blicken viele mit hoffnungsvollem Blick nach Kanada: Premierminister Justin Trudeau zeigt dort, wie Integration in einem Einwanderungsland funktioniert – und setzt mit einer Videobotschaft zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan ein wichtiges Zeichen.

Trudeau wünscht freudiges Eid al-Fitr

Darin wünscht er im Namen seiner Familie allen Muslimen ein freudiges und friedliches Fest des Fastenbrechens, auch Eid al-Fitr genannt, das diesen Freitag weltweit gefeiert wird. 

“Als Premierminister durfte ich die Großzügigkeit der muslimischen Gemeinschaft am eigenen Leib erfahren, sowohl während dem Ramadan als über das Jahr hinweg. Sei es Freiwilligenarbeit an einer örtlichen Tafel oder die Unterstützung einer Wohltätigkeitsorganisation.” 

Im Internet feiern hunderttausende Menschen Trudeau für seine Worte. Sie teilen und kommentieren die Nachricht des Politikers und danken ihm für seine Inklusion der muslimischen Gesellschaft. Besonders vielen US-Amerikanern gefällt das Video. Sie wünschen sich selbst einen Präsidenten wie den Kanadier, schreiben sie.

In einem Facebook-Kommentar zu Trudeaus Video heißt es zum Beispiel:

“Im Namen aller meiner Landsmänner in Amerika: Mir tut es so leid, dass wir im Moment so einen schrecklichen Präsidenten haben. Wir würden es lieben, wenn Sie unser Präsident wären!”

Deutsche wünschen sich ähnliche Geste von Merkel

Auch in Deutschland feiern viele Trudeau für seine Worte und wünschen sich ein ähnliches Zeichen von deutschen Politikern. Eine Muslimin schreibt zum Beispiel auf Facebook: “Und wie jedes Jahr: Wollen wir nicht Kanada in die EU aufnehmen?” Dies sei, gerade in der aktuellen Zeit, auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel die Möglichkeit, ein starkes Zeichen zu setzen.

Auf Twitter schreibt ein Hamburger Muslim, dass Kanada das einzige Land sei, in das er freiwillig auswandern würde.

(jds)