ELTERN
12/04/2018 19:00 CEST

2 Millionen gratulierten Jungen zum Geburtstag – doch es gibt ein Problem

Der kleine Lucas Costa lebt in Brasilien.

  • Seit Monaten kursiert das Bild eines kleinen Jungen auf Facebook, dem die User in Scharen zum Geburtstag gratulieren
  • Doch die Geschichte, die bei dem Foto steht, stimmt zum Großteil gar nicht

Mehr als zwei Millionen Internetnutzer haben Lucas zum Geburtstag gratuliert. Unter das Bild, das am 15. Januar auf Facebook gepostet wurde. Doch es wurde nicht nur viel gratuliert. Die Menschen teilten und liketen den Beitrag auch fleißig.

Über dem Foto stand: “Sein Schulfreund hat ihm gesagt, dass niemand ihm wegen seiner Krankheit alles Gute zum Geburtstag wünschen würde”.

Anschließend wurden die User aufgefordert, dem Jungen zu gratulieren, der an dem Tag laut dem Post seinen elften Geburtstag feierte.

Screenshot / Facebook

Eigentlich eine süße Geschichte. Das Problem: Das meiste davon stimmt nicht. Der brasilianische Junge ist, wie Recherchen des Blogs “Kritik Augen auf” ergaben, gar nicht elf Jahre alt. Er hat im Juli Geburtstag, nicht im Januar. Und er wird dann erst neun Jahre alt. Dass irgendein Mitschüler diesen fiesen Satz jemals zu Lucas gesagt hat, ist auch nicht bewiesen. 

Mittlerweile ist der Post gelöscht.

Das Bild wurde von Lucas’ Instagram-Account geklaut

Die Sache mit der Krankheit stimmt allerdings. Lucas leidet unter der genetisch bedingten Hautkrankheit Epidermolysis bullosa.

Umgangssprachlich wird die Krankheit auch als Schmetterlingshaut, die Erkrankten als Schmetterlingskinder bezeichnet.

Denn die Haut der Betroffenen ist so empfindlich wie der Flügel eines Schmetterlings. Neben Blasen und Wunden, die am ganzen Körper entstehen, kann es zu unterschiedlichen Behinderungen kommen. In schweren Fällen ist die Krankheit tödlich.

Auch Lucas hat leider mehrere Behinderungen – unter anderem sitzt er im Rollstuhl.

Das falsche Bild stammt von Lucas Instagram-Account amigosdolucassosta.  Dort hat er knapp 150.000 Abonnenten. 

Mit der Verbreitung der falschen Geschichte sollten Likes und Shares generiert werden. Die Facebook-Seite wollte sich so interessanter machen, um ihre Reichweite zu vergrößern und mehr Klicks zu erhalten.