POLITIK
23/02/2018 15:19 CET

Juncker pöbelt bei EU-Gipfel gegen May: "Ich sollte Premierminister sein"

"Es wäre gut für Großbritannien", meint EU-Kommissionspräsident Juncker.

Bloomberg via Getty Images
Juncker umarmt EU-Ratspräsident Donald Tusk beim Gipfel in Brüssel.
  • EU-Kommissionspräsident Juncker konnte sich am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel einen Seitenhieb gegen Premierministerin May nicht verkneifen
  • Auch der Vizepräsident der Kommission spottete über die Briten 

Jean-Claude Juncker hat Humor. Das beweist der EU-Kommissionspräsident immer wieder – manchmal auch zum Leidwesen seiner Kollegen und Kolleginnen.

Als Juncker einmal vor dem Brexit gefragt wurde, ob er glaube, er könne die Briten im Boot der Europäischen Gemeinschaft halten, sagte der Luxemburger schlagfertig: “Die Briten können schwimmen.”

► Auch beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag in Brüssel teilte Juncker gegen die britische Regierung aus. Auf dem Weg zum Gipfel sagte der EU-Kommissionspräsident zum Stand der Brexit-Verhandlungen:

“Ich bin kein britischer Premierminister. Es wäre gut für Großbritannien, wenn ich es wäre.”

Den kleinen Seitenhieb gegen die britische Premierministerin Theresa May konnte sich Juncker nicht verkneifen.

► Nach wie vor kritisieren die EU-Verhandler in Brüssel, dass die britische Regierung offenbar keine klare Vorstellung für die Zeit nach dem Brexit hat.

“Wir sind schon einen Schritt weiter”

► Auch Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans spottet am Freitag über die Briten.

Umweltminister Michael Gove hatte sich in einem Interview mit dem britischen Sender BBC dafür ausgesprochen, Plastik-Strohhalme zu verbieten.

► Timmermans schrieb dazu auf Twitter: “Wir sind schon einen Schritt weiter.” Noch vor dem Sommer wolle die EU einen entsprechenden Beschluss zu Plastik-Materialien verabschieden.

“Vielleicht wollen Sie sich angleichen?”, scherzte Timmermans.

► Zum Verständnis: Die Angleichung von Normen und Regularien zwischen der EU und Großbritannien ist einer der ungelösten Konflikte beim Brexit.

Die Briten wollen Vorgaben aus Brüssel für manche wirtschaftlichen Bereiche übernehmen, um den Handel nicht zu behindern. Das EU-Verhandlungsteam nennt das “Rosinenpicken”. Und lehnt den Ansatz ab.

(lm)