POLITIK
02/03/2018 10:06 CET | Aktualisiert 02/03/2018 10:35 CET

Streit um Ausländer-Stopp: Essener Tafel-Chef weist AfD-Mann ab

"Ich habe mit dem nicht gesprochen."

  • Der Chef der Essener Tafel, Jörg Sator, hat mit einer Zeitung über eine Begegnung mit einem AfD-Politiker gesprochen
  • Bitter enttäuscht ist der Mann von der SPD
  • Im Video oben: Tafel-Chef geht Kanzlerin an: “Aktuelle Entwicklung ist Konsequenz aus Merkels Politik”

Mit seiner Entscheidung hat Jörg Sator eine bundesweite Debatte ausgelöst. Der Chef der Essener Tafel beschloss mit seinem Team, keine Ausländer mehr aufzunehmen.

Sator erhielt Lob von Rechts und auch von der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und auch SPD-Politiker kritisierten die Essener Tafel dagegen. 

Im Gespräch mit der Regionalzeitung “Westdeutsche Allgemeine Zeitung” (“WAZ”) hat Sator nun auf die Äußerungen der Politik reagiert – und deutlich gemacht, was er von der AfD hält.

Sator weist AfD-Politiker ab

Mehrmals betonte Jörg Sator bereits, dass er sich politisch nicht vereinnahmen lassen wolle. Lob erhielt er natürlich trotzdem – vor allem auch von den Rechtspopulisten der AfD. Für sie ist die Essener Tafel ein Beispiel für die verfehlte Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und nicht eine Folge der Sozialpolitik. 

Der Essener AfD-Kommunalpolitiker Guido Reil hieß in einem Interview mit der “Jungen Freiheit” die Entscheidung der Tafel gut. 

 

dpa
Jörg Sator und Peter Renzel, Essener Sozialdezernent.

Kürzlich sei Reil sogar vor der Tür der Tafel gestanden, erzählt Sator nun der “WAZ”. “Ich habe mit dem nicht gesprochen”, stellt der Tafel-Chef klar. Er lasse sich vor keinen politischen Karren spannen – “schon gar nicht vor den der AfD”.

Auch im Gespräch mit der Wochenzeitung “Die Zeit” sagte Sator kürzlich, er versuche, politisch neutral zu sein. 

Hinzugefügt sei: Sator spricht auch vom “Nehmer-Gen”, einer fehlenden “Anstellmentalität” und “Rudeln” bei Ausländer. Der Zuspruch von Rechts für solche Aussagen sollte ihn nicht wundern.

Von der SPD ist Sator enttäuscht

Wirklich enttäuscht ist der Tafel-Chef von den Sozialdemokraten.

Er habe sein Leben lang die SPD gewählt. “Mein Vater war Bezirksvertreter in Gelsenkirchen, meine ganze Familie ist SPD. Für mich hat sich das jetzt erledigt”, sagt er bitte im Gespräch mit der “WAZ”.

Der Essener SPD-Vorsitzende Thomas Kutschaty und die Landes SPD hatten die Entscheidung der Tafel kritisiert. 

Für Sator steht fest: Die Politiker versuchten sich auf Kosten der Essener Tafel zu profilieren – “hinauf bis nach Berlin”, zitiert die “WAZ” ihn. 

(jg)