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02/03/2018 14:28 CET | Aktualisiert 02/03/2018 14:34 CET

Jobcenter stellt vorbestraften Pädophilen als Schulhausmeister ein

Der Fehler des Jobcenters ist nur zufällig ans Licht gekommen.

AndreyPopov via Getty Images
  • In Baden-Württemberg wurde ein 56-Jähriger wegen Besitzes von Kinderpornografie angeklagt
  • Dabei stellte sich heraus: Das Jobcenter hatte den bereits vorbestraften Mann als Schulhausmeister vermittelt

Ein Jobcenter in Baden-Württemberg hat wohl keinen Blick in das Vorstrafenregister geworfen, als es einen Pädophilen eine Aushilfsstelle als Schulhausmeister vermittelt hat. 

Wie die Tageszeitung “Schwarzwälder Bote” berichtet, war der 56-Jährige  wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vorbestraft, als er die ihm angebotene Tätigkeit begann. 

Herausgestellt habe sich das jedoch nur zufällig. 

Bei den Ermittlungen wurde der Fehler des Jobcenters bekannt

Der Mann, inzwischen wieder arbeitslos, musste sich am vergangenen Mittwoch wegen einer Anklage über den Besitz von Kinderpornografie vor dem Oberndorfer Amtsgericht verantworten.

Vor einiger Zeit wurden auf seinem Computer laut der Zeitung tausende Dateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden. 

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Bei den Ermittlungen kam der Fehler des Jobcenters dann bei der Zeugenvernehmung ans Licht.   

Dass der 56-Jährige eine entsprechende Neigung hat, hätte das Jobcenter wohl jedoch schon früher herausfinden können. Schließlich war er der Polizei schon öfter aufgefallen, wie die Tageszeitung berichtet. 

Letztlich befanden sich mehr als 2000 pornografische Dateien in seinem Besitz

Nach seiner Vorstrafe soll er vor drei Jahren Kontakt zu einem Erwachsenen aufgenommen haben, der sich im Internet als Kind ausgab und kinder- und jugendpornografisches Material an ihn schickte. 

Die Kriminalpolizei konnte den Mann stellen und wurde so wohl wieder auf den 56-Jährigen Angeklagten aufmerksam. 

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Letztlich befanden sich laut “Schwarzwälder Bote” wohl mehr als 2000 pornografische Dateien mit extremen Darstellungen in seinem Besitz – teilweise zeigten sie Kleinkinder. 

Der Arbeitslose soll laut der Tageszeitung inzwischen Reue zeigen. Er gebe zu, dass er “Blödsinn” gemacht habe, soll er vor Gericht beteuert haben.

Der Grund, den er für seine Straftaten nennt: Er sei ständig alleine zuhause und habe zu viel getrunken. 

Was mit dem Mann nun passiert, ist noch unklar – das Verfahren soll am 19. März fortgesetzt werden.

(ame)