POLITIK
30/03/2018 16:53 CEST | Aktualisiert 31/03/2018 11:52 CEST

Arbeitsagentur-Mitarbeiter will mit Mann über dessen Beruf reden - die Sache hat einen Haken

Ein 66 Jahre alter Münchner erhielt einen Brief – versehen mit einer Drohung.

  • Ein Münchner erhielt vergangene Woche einen kuriosen Brief
  • Die Arbeitsagentur lud ihn zu einem Gespräch vor – obwohl er seit fast neun Monaten in Rente ist 
  • Im Video oben: Wie Jobcenter Hartz-IV Empfänger im Stich lassen

Horst Bultmann ist 66 Jahre alt. Mehr als 43 Jahre hat er gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt – seit neun Monaten ist der Münchner jetzt in Rente. 

Bis zu den Behörden war das offensichtlich noch nicht ganz durchgedrungen.

Wie die Zeitung “Tz” berichtet, erhielt der Münchner vergangene Woche einen Brief. Darin schrieb ein Mitarbeiter der Arbeitsagentur: “Sehr geehrter Herr Bultmann, ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen.“

Mehr zum Thema: Ich arbeite im Jobcenter: Das ist der Fall, der mich nicht mehr loslässt

Bultmann solle doch bitte seine Bewerbungsunterlagen und den Lebenslauf mitbringen. Auf der Rückseite des Schreibens die Warnung: Wenn er den Termin nicht wahrnehme, könnten ihm die Rentenbeiträge gekürzt werden. 

Ein Schock für den 66-jährigen Rentner. “Erst war ich wütend”, erzählt er der Tageszeitung. “Aber jetzt finde ich es nur noch lustig. Irgendwas muss hier schiefgelaufen sein – bei einem Blick auf mein Geburtsdatum hätten doch alle Glocken läuten müssen.“

Fehler der Arbeitsagentur

Die Agentur für Arbeit hat hier einen Fehler gemacht. “Eigentlich werden Rentner ab 65 Jahren nicht mehr von uns kontaktiert”, erklärt Sprecherin Anne Beck der Tageszeitung.

Leider habe es in diesem Fall im Haus einen Kommunikationsfehler gegeben – der Rentenbescheid von Herrn Bultmann sei intern von einer Abteilung nicht weitergeleitet worden.

Der 66-Jährige habe völlig korrekt angegeben, dass er in Rente ist – und darf die jetzt auch in Ruhe genießen.

Immer wieder werden kuriose, fast unverschämte Fehler der für Arbeit zuständigen Behörden bekannt. Vor wenigen Wochen soll das Jobcenter Dortmund einem todkranken Mann Schichtarbeit vorgeschlagen haben. 

Mehr zum Thema: Dortmund: Jobcenter schlägt todkrankem Mann Schichtarbeit vor

Der 57-jährige Hartz-IV-Empfänger soll an Krebs leiden. Berichten zufolge lebt er mit einer Magensonde und einem Infusionsständer und wiegt gerade mal 49 Kilogramm – bei einer Größe von 1,76 Metern. 

Auch in diesem Fall gestand das Jobcenter einen Fehler ein. Im System soll nicht eingetragen worden sein, dass der 57-Jährige nicht mehr für Arbeit zur Verfügung steht. 

(sk)