WIRTSCHAFT
04/04/2018 12:11 CEST | Aktualisiert 04/04/2018 12:12 CEST

Jeder vierte Lehrling bricht Ausbildung ab – in manchen Berufen ist es jeder zweite

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Thomas Imo via Getty Images
In Ausbildungen zu Restaurantfachkräften bricht sogar jeder zweite Lehrling seine Ausbildung ab.

► Jeder vierte Lehrling bricht seine Ausbildung ab. In Ausbildungen zum Koch, zum Frisör oder zur Restaurantfachkraft ist es sogar jeder zweite. 

2016 wurden rund 146.000 Ausbildungsverträge gekündigt, das zeigt ein Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018, der der “Süddeutschen Zeitung” vorliegt.

► Laut der Regierungsanalyse liegt der Anteil der abgebrochenen Ausbildungen bei 25,8 Prozent – damit liegt er erstmals über den 20 bis 25 Prozent, die seit den Neunzigerjahren üblich sind.

Warum die Abbruchsstatistik wichtig ist:  

Vor allem fällt auf, dass Ausbildungen besonders dort abgebrochen werden, wo die Vergütung besonders niedrig ist. Elke Hannack, Vizechefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes, fordert in der “SZ” deshalb die geplante Mindestvergütung für Azubis schnell durchzusetzen. Laut Koalitionsvertrag soll das zum 1. Januar 2020 geschehen. 

Wirtschaftsverbände wehren sich jedoch gegen dieses Vorhaben, eine Art Mindestlohn für Auszubildende einzuführen – dieser sei ein Eingriff in die Tarifautonomie. 

Was ihr noch über die Entwicklungen am Ausbildungsmarkt wissen müsst: 

Während die Zahl der unbesetzten Stellen in Deutschland auf etwa 49.000 stieg und damit um 13 Prozent wuchs, gibt es gleichzeitig etwa 24.000 Bewerber, die keinen Ausbildungsplatz finden.

Einen positiven Befund gibt es bei Flüchtlingen auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Etwa 9.500 Flüchtlinge fingen 2017 eine Ausbildung an.

(jg)